DM plant offensive Expansion in den Gesundheitsmarkt

Deutschlands größte Drogeriekette DM setzt verstärkt auf eigene Gesundheitsservices – und sorgt damit für Diskussionen.

13.10.25 17:02 Uhr | 389 mal gelesen

Es scheint, als wolle DM nicht mehr nur Zahnpasta und Waschmittel vertreiben, sondern sich auch ein Stück vom boomenden Gesundheitskuchen sichern. Christoph Werner, Chef des in Karlsruhe ansässigen Drogerieriesen, gab bekannt, dass voraussichtlich ab dem zweiten Halbjahr 2025 eine eigene Onlineapotheke mit rund 2.500 rezeptfreien Präparaten den Betrieb aufnehmen soll. Aber das ist nur der Anfang. Zeitgleich laufen schon Pilotprojekte für Blut-, Haut- und Augentests – durchgeführt mit spezialisierten Kooperationspartnern in einigen ausgewählten Filialen. Was daran spannend ist? DM-Chef Werner rechnet bereits offen mit kräftigem Gegenwind, nicht zuletzt von Ärzten und Apothekern, die ihre angestammten Domänen bedroht sehen. 'Das wird ordentlich krachen', so viel ist für ihn schon sicher. Erste Proteste seitens Medizinverbänden sind öffentlich, sie kritisieren fachliche Standards und vermuten Eigenwerbung mit medizinischem Anstrich. Werner hält dagegen – es gehe ihm nicht darum, Ärzte zu ersetzen, sondern Versorgungslücken zu schließen, die der demografische Wandel und steigende Kosten ohnehin immer offener treten lassen. Ganz ehrlich: Bis DM zur festen Anlaufstelle für Blutabnahme und Augenkontrolle für Millionen Menschen wird, dürfte es noch eine Weile dauern. Die Ausweitung auf alle über 2.000 Märkte im Bundesgebiet ist – falls es überhaupt so weit kommt – auf mindestens drei Jahre veranschlagt. Werner beteuert Gelassenheit und verweist auf die Offenheit für neue Ideen, sei es aus der Gesundheitsstart-up-Szene oder aus eigenen Überlegungen. Vorläufig begnügt sich DM mit Partnern wie Skleo Health (Augenscreenings), Dermanostic (digitale Hautanalysen) und Aware (Blutuntersuchungen, Preise von knapp 10 bis 70 Euro). Zwar fällt das Kundenfeedback bei den laufenden Testläufen offenbar überwiegend positiv aus, aber Werner mahnt zur Geduld. Ein erster Erfolg ist noch keine Garantie für ein grundsätzliches Umdenken im Gesundheitssektor. Und dass Mitbewerber wie Rossmann oder Müller schon die Fühler ausstrecken, scheint laut Werner fast so sicher wie das Amen in der Kirche.

DM wagt sich mit Nachdruck in den Markt für Gesundheitsdienstleistungen vor und plant, 2025 eine eigene Onlineapotheke mit einem umfangreichen Sortiment rezeptfreier Produkte zu starten. Unterstützung erhält das Unternehmen durch Partnerschaften mit Health-Start-ups, etwa für KI-gestützte Hautanalysen, Augenscreenings und Bluttests – Angebote, die momentan in einigen Pilotfilialen getestet werden. Trotz Lob von ersten Kunden stößt das Vorhaben auf scharfe Kritik von Ärzteverbänden, die Konkurrenz zu medizinischen Standards und Werbebotschaften befürchten – und ganz grundsätzlich auf Fragen nach der Rolle von Drogerien in der künftigen Gesundheitsversorgung. In den letzten Tagen berichteten Medien verstärkt über die Initiative, wobei unter anderem die rechtlichen Herausforderungen, das wirtschaftliche Potenzial digitaler Gesundheitsservices und das Risiko der Kommerzialisierung der Medizin kontrovers diskutiert wurden. Ein Aspekt, der dabei auffällt: Parallel zu DM versuchen auch branchenfremde Akteure wie Amazon, verstärkt in Gesundheitsmärkte vorzudringen, was europaweit für Debatten über Versorgungssicherheit, Patientenschutz und die Rolle von Big Data im Gesundheitswesen sorgt.

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