Eine von Forsa im Auftrag von "Stern" und RTL durchgeführte Umfrage zeigt, dass eine Mehrheit der Bundesbürger:innen – 55 Prozent – ein Verbot befürwortet, wonach Abgeordnete keine Verwandten von Parteifreunden mehr als Mitarbeiter einstellen dürfen. Aktueller Anlass sind Fälle in der AfD-Fraktion Sachsen-Anhalt, in denen solche Beschäftigungen Praxis waren, was öffentlich heftig diskutiert wird und immer wieder Misstrauen in die politische Integrität schürt. Bundeskanzler Merz spricht von neuen Gesetzesinitiativen zur Transparenz, während auf Landes- und Bundesebene etwa auch „side jobs“ und Nebeneinkünfte immer wieder Gegenstand ethischer Debatten sind. Ergänzend zeigen aktuelle Recherchen, dass seit Anfang Juni 2024 der Ruf nach klareren Transparenzregeln im Bundestag wächst und mehrere Parteien Gesetzesverschärfungen verlangen. Die Opposition verweist auf internationale Vorbilder wie Frankreich, wo die Beschäftigung von Familienmitgliedern seit 2017 verboten ist. Außerdem hat ein Bündnis aus mehreren Whistleblower-Initiativen jüngst Vorschläge für ein Meldesystem veröffentlicht, um fragwürdige Personalpraktiken in der Politik einfacher anzuzeigen.
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