DHL-Chef kritisiert Beschwerdeauswertung der Netzagentur: Mehr Transparenz gefordert

DHL-Vorstand Tobias Meyer stellt die Aussagekraft der Beschwerdestatistik der Bundesnetzagentur infrage und fordert offenere Kommunikation. Die veröffentlichten Zahlen werfen laut Meyer mehr Schatten als Licht auf die tatsächlichen Herausforderungen der Postzustellung.

17.01.26 01:04 Uhr | 55 mal gelesen

Mal ehrlich: Wenn die Bundesnetzagentur rund 23.000 Beschwerden zur Brief- und Paketzustellung meldet, klingt das erst einmal ziemlich dramatisch. DHL-Chef Tobias Meyer sieht das ganz anders. Er sagt, die Statistik tauge wenig und die Post bekomme nur einen winzigen Anteil der Reklamationen überhaupt zu Gesicht. So könne man gar nicht nachvollziehen, ob sich wirklich alles über ihre Kernleistungen dreht. Es scheint, als würden Beschwerden bei der Netzagentur 'versickern', ohne dass konkrete Rückmeldungen an die Post gehen. Aus Meyers Sicht ist das ordnungspolitisch ein riskantes Spiel – die Bürger bekommen das Gefühl, das Postwesen sei in einem desolaten Zustand, unabhängig von der tatsächlichen Lage. Zugegeben, Probleme gab es, so Meyer, speziell im Sommer, als das Sendungsaufkommen explodierte und die Qualität gelitten hat. Doch das sei – nach seinen Worten – mittlerweile im Griff. Der Strukturwandel durch die Digitalisierung macht die Sache nicht einfacher; weniger Briefe, immer mehr Pakete. Deshalb versucht die Post es jetzt mit der sogenannten Verbundzustellung, also Briefe und Pakete aus einer Hand zur Bürgerin oder zum Bürger. Was gerne vergessen wird: Die Belastung der Zusteller durch besonders schwere Pakete. Aktuell sind bis zu 31,5 Kilo erlaubt, Verdi bringt eine Reduzierung auf 20 Kilo ins Spiel. Und überraschend klar positioniert sich Meyer diesmal – er ist dafür, das Gewicht zu senken. Wie so oft steht das Thema aber im politischen Sandkasten, weil manche Wettbewerber offenbar genug Einfluss haben, um Veränderungen zu blockieren.

Im Zentrum des aktuellen Schlagabtauschs steht die Frage, wie sinnvoll und aussagekräftig die Beschwerdeauswertung der Bundesnetzagentur ausfällt. Tobias Meyer, Chef des DHL-Mutterkonzerns Deutsche Post, moniert, dass der Konzern nur sehr selten von Beschwerden erfährt und damit kaum die Möglichkeit hat, Probleme gezielt anzugehen – was insbesondere angesichts der stetig steigenden Beschwerdezahlen für Unsicherheit sorgt. Zwar gibt Meyer offen zu, dass es in letzter Zeit Qualitätsprobleme vor allem bei der Zustellung gab, insbesondere im Sommer, doch die Herausforderungen – etwa durch den Rückgang der Briefmenge und das gestiegene Paketaufkommen – begegnet das Unternehmen mit neuen Zustellmodellen. Darüber hinaus rückt ein weiteres Thema in den Fokus: das Maximalgewicht von Paketen, welches laut Meyer dringend korrigiert werden müsse, um die Arbeitsbedingungen der Zusteller zu verbessern. Über die genaue Bewertung der Beschwerde-Zahlen wird in der Fachpresse und den Wirtschaftsmedien intensiv diskutiert, nicht zuletzt, weil Verbraucher:innen die Zahlen häufig als Stimmungsindikator für die Qualität der Grundversorgung wahrnehmen. Zusätzliche Berichte zeigen, dass die Branche im Umbruch steht und die Politik stärker auf die Interessen der Beschäftigten achten muss. Weitere Details: Laut taz.de beschäftigt vor allem die unsichere Lage der Zusteller die Gewerkschaften, während die Politik zögert, klare Vorgaben für Paketgewicht und Tarifbindung durchzusetzen. Die Süddeutsche Zeitung verdeutlicht, wie die Post selbst versucht, den Wandel zu managen, etwa durch neue Technologien und Serviceangebote. Auf spiegel.de nimmt die Diskussion um die Digitalisierung zusätzliche Fahrt auf, da elektronische Benachrichtigungen die klassische Briefzustellung weiter verdrängen.

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