Dienst an der Gesellschaft: Airbus-Chef drängt auf Pflichtjahr für alle

René Obermann, Kopf des Verwaltungsrats bei Airbus, spricht sich für eine verpflichtende Dienstzeit für alle in Deutschland aus – nicht nur fürs Militär, sondern auch im zivilen Bereich.

02.07.26 16:00 Uhr | 1 mal gelesen

Dass die Bundeswehr weiterhin zu langsam wächst, lässt René Obermann kaum ruhen. 'Die Uhr tickt', so sein ernüchterndes Fazit im Gespräch mit dem 'Focus'. Die Ostgrenze Europas, flüchtig betrachtet oft nur eine ferne Linie auf der Landkarte, sei Kopf-an-Kopf mit den zunehmenden russischen Aktivitäten. Satellitenbilder bestätigen: Es wird fleißig aufgestockt, Transportwege, Panzerbewegungen, logistische Drehkreuze. 'Es wäre naiv zu glauben, Russland werde sich auf klassische Kriegsführung beschränken oder zu einem klar definierten Zeitpunkt loslegen', mahnt Obermann. Vielmehr rechne er damit, dass die russische Seite gezielt und überraschend zuschlagen wird – Nadelstiche, wo es schmerzt. Was tun? 'Mehr Soldaten', fordert Obermann, doch nicht nur das. Ganze 1.500 Männer und Frauen stießen seit Anfang 2026 hinzu – ein Tropfen im Ozean angesichts der Herausforderung. Seine Lösung klingt nach einem großen Umdenken: Statt bloßer Rückkehr zur Wehrpflicht sollte es eine umfassende Dienstpflicht geben, die nicht nur die Streitkräfte, sondern alle relevanten zivilen Bereiche umfasst. Gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit – auch Resilienz genannt – entstehe nur, wenn jeder Einzelne, unabhängig vom Geschlecht, einen Beitrag leistet. 'Einfach anders geht’s nicht', betont Obermann fast ein wenig trotzig. Klar ist: Prävention steht für ihn über allem.

René Obermann, Verwaltungsratsvorsitzender von Airbus, hat in einem Interview die Dringlichkeit eine Dienstpflicht für alle in Deutschland – Männer wie Frauen – betont. Hintergrund ist die als zu langsam empfundene Aufrüstung der Bundeswehr und die Sorge über russische Truppenbewegungen und mögliche hybride Bedrohungsszenarien an der europäischen Ostflanke. Obermann argumentiert, dass die Gesellschaft insgesamt resilienter werden müsse, indem nicht nur das Militär, sondern auch zivile Strukturen durch ein breit angelegtes Dienstjahr gestärkt werden. — Ergänzende aktuelle Recherche zeigt: Die Diskussion um eine allgemeine Dienst- oder Wehrpflicht gewinnt wieder an Fahrt, insbesondere nach verstärkten russischen Aktivitäten und Debatten um die Nachwuchsprobleme bei der Bundeswehr. So fordert Verteidigungsminister Pistorius ein Konzept für eine neue Wehrpflicht, während Stimmen aus Wirtschaft und Politik betonen, wie wertvoll zivile Dienste – z.B. im Katastrophenschutz oder bei Pflegeeinrichtungen – für die Gesellschaft sein können. Kritisch werden dabei aber der bürokratische Aufwand, die Kosten und die individuelle Freiheit der Betroffenen bewertet; zudem warnen Experten vor einer zu simplen Gleichsetzung von Quantität und militärischer Wirksamkeit. Die tagesaktuellen Debatten spiegeln eine wachsende Unsicherheit über die richtige Balance zwischen Sicherheitsbedürfnissen und demokratischen Grundrechten wider.

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