Mit dem morgigen Red Hand Day steht ein Thema wieder im Zentrum, das noch immer viel zu oft an den gesellschaftlichen Rand gedrückt wird: der Missbrauch von Kindern als Soldatinnen und Soldaten. Das Deutsche Bündnis Kindersoldaten wirft der Bundesregierung vor, zu wenig für den Schutz betroffener Kinder und ihrer Familien zu tun. In mehr als zwanzig Kriegs- und Krisengebieten werden Minderjährige nicht nur zum Kämpfen gezwungen, sondern auch verschleppt, misshandelt und als Soldaten eingesetzt. Die traurigen Hotspots: Kongo, Nigeria, Somalia – aber auch Länder wie Israel, der Sudan oder Myanmar stehen regelmäßig ganz oben auf der Liste tödlicher Konflikte für Kinder. Noch erschütternder: Hilfsorganisationen berichten von massiven Kürzungen bei den humanitären Mitteln und erschwerten Bedingungen, überhaupt zu den betroffenen Kindern durchzudringen.
Ralf Willinger von Terre des Hommes weist darauf hin, dass sogar ehemals zwangsrekrutierte Kinder bei uns – nach Flucht und traumatischen Erlebnissen – von Abschiebung bedroht sind. Ein trauriges Paradox in einem Land, das sich oft als Vorreiter für Menschenrechte sieht. Besonders eindrücklich schildert Innocent Opwonya, selbst als Zehnjähriger in Uganda zum Kindersoldaten gemacht, wie wichtig die Hilfe internationaler Organisationen für seine Heilung war. Seine Erfahrung ist sein Appell: Keine Regierung, kein Mensch sollte diese Kinder vergessen.
Die Bundesregierung soll, so Frank Mischo (Kindernothilfe), die Kürzungen der Hilfsgelder dringend zurücknehmen. Inzwischen seien Milliarden mehr für militärische Ausgaben bereitgestellt worden, während beim Schutz der Schwächsten gespart werde. In deutschen Städten formieren sich am Red Hand Day Menschen aller Altersgruppen, Handabdrücke auf Plakate und Banner drückend – in leuchtendem Rot als Signal gegen Gleichgültigkeit. Aktionen rund um das Symbol der Roten Hand nehmen zu, während betroffene Kinder weiter ihre Rechte und Unterstützung einfordern. Viele Hilfsorganisationen arbeiten unermüdlich daran, den seelisch und körperlich verletzten Jungen und Mädchen eine Perspektive zu bieten. Einen Automatismus gibt es dabei – leider – nicht. Aber vielleicht hilft genau dieser Aktionstag, das Bewusstsein für Missstände immer wieder neu auf den Tisch zu bringen.
Während des Red Hand Day rücken die katastrophalen Lebensrealitäten vieler Kindersoldaten und ihrer Familien erneut in den Fokus. Weltweit leiden sie in Kriegsgebieten wie Somalia, Nigeria oder Myanmar unter Gewalt, Ausbeutung und fehlender Hilfe – humanitäre Projekte werden zudem durch finanzielle Kürzungen dramatisch erschwert. Zuletzt hat sich die humanitäre Lage gerade in Regionen mit schwer zugänglichem Terrain und komplexen politischen Verhältnissen weiter verschlechtert: Viele der internationalen Hilfswerke, auch mit deutscher Beteiligung, klagen aktuell über massiven Ressourcenmangel, der ihre Arbeit stark behindert.
Frische Informationen aus dem Netz bestätigen: Mit Blick auf fliehende Kindersoldaten und ihre Familien betonen jüngste Artikel die Dringlichkeit besserer Schutzkonzepte in Aufnahme- und Transitländern. Einige Medien melden zudem, dass die Bundesregierung um den Red Hand Day herum verstärkt unter öffentlichem Druck steht, die Kürzungen von Entwicklungshilfegeldern zu überdenken. Zudem wird berichtet, dass sich in verschiedenen deutschen Städten wieder engagierte Menschen an Solidaritätsaktionen und Mahnwachen beteiligen, um auf die Not Schutzsuchender hinzuweisen. In mehreren Medien (und Organisationen wie Terre des Hommes, World Vision oder Kindernothilfe) wird offen die strukturelle Kluft zwischen Verteidigungsausgaben und Hilfsgeldern für zivile Opfer – insbesondere Kinder – kritisiert.