Elstners neue Sendung rückt ein Thema ins Licht, das in der deutschen Gesellschaft kaum sichtbar ist: Wie ergeht es alternden Tieren, wenn sie nicht mehr munter durch Gehege tollen oder durch die Wälder flattern? Die Geschichten von Elefantin Saida oder Uhu-Dame Assia zeigen eindringlich, mit wie viel Geduld, Respekt und oft auch Improvisation Menschen Tiere begleiten, die in unserer leistungsfixierten Welt sonst vergessen würden. Mitunter gibt es paradoxe Momente – etwa wenn ausgerechnet ein alter, auf ein Auge blinder Uhu zum Sinnbild für Beharrlichkeit und Fürsorge wird. Betrachtet man neben Dokumentationen auch aktuelle Debatten in deutschen Medien, ist das Thema "alte Tiere brauchen Schutz" erstaunlich marginal – Initiativen wie Gnadenhöfe oder Artenschutzprojekte finden zwar Erwähnung, bleiben aber Randthema. Beobachtungen aus taz.de und perspektive-daily.de etwa weisen darauf hin, dass besonders Wildtiere im hohen Alter oft wenig gesellschaftliche Fürsprache bekommen, ihr Wert und ihre Bedürfnisse dagegen enorm sind: Sie werden gebraucht, um ökologische Kreisläufe zu stabilisieren, geraten aber selbst schnell ins Abseits. Laut aktueller Medienberichte (u.a. auf sueddeutsche.de und zeit.de) wird die Versorgung alter oder kranker Haustiere zudem für Privatpersonen immer schwieriger – steigende Behandlungskosten treffen gerade diejenigen, die Stall oder Wohnzimmer für ein altes Tier öffnen möchten. Es braucht wohl mehr als eine einzelne TV-Dokumentation, um auf die Lage der Tiersenioren wirklich nachhaltig aufmerksam zu machen.