Elstners Reise durch Deutschlands Tier-Altenheime: Wer sorgt für die Senioren mit Pelz und Federn?

Baden-Baden – Frank Elstner will wissen, wie alte Tiere bei uns tatsächlich leben. Am 1. Januar 2026, 18:15 Uhr, nimmt er im SWR mit überraschendem Blick Kontakt zu den vergessenen Schicksalen auf.

heute 16:00 Uhr | 17 mal gelesen

Wenn Prominente alt werden, diskutiert ganz Deutschland mit – aber wie steht's eigentlich um die Tiere in ihren goldenen Jahren? Genau das treibt Frank Elstner um, inzwischen selbst im besten Alter, wie er augenzwinkernd einräumt. Gemeinsam mit Karlsruhes Zoodirektor Matthias Reinschmidt geht er auf Erkundungstour und begegnet sowohl Dickhäutern mit faltenreicher Lebenserfahrung als auch gefiederten Greisinnen wie Uhu-Dame Assia. Saida, die Elefantendame, ist da wohl das Paradebeispiel: Mit 52 Jahren ist sie eine echte Veteranin und absolute Methusalem unter den Elefanten, die nur mit viel Geschick, aber ohne Narkose, geröntgt werden sollte. In Hattingen trifft Elstner zudem auf den nicht mehr flugfähigen Uhu Assia – ein Schicksal, das wachrüttelt. Die Stationen führen ihn zu Bären, Eichhörnchen, Igeln sowie Waschbären, die allesamt auf liebevolle Pfleger angewiesen sind. Der Radiomoderator ist tief beeindruckt, wie die engagierten Tierschützer:innen nicht nur Alltagstauglichkeit, sondern echtes Mitgefühl beweisen. Inspiriert, lässt er schließlich sogar für einen Gartenigel eine eigene Rentneroase anlegen. "Vergessen werden, tut weh – bei Tier und Mensch!" sinniert Elstner am Ende. Produziert hat die Sendung DOCMA TV für den SWR, mit Christian Ehrlich als Autorin und Stefanie von Ehrenstein in der Redaktion. Was bleibt, ist Elstners Plädoyer: mehr Aufmerksamkeit für die schwächsten – ob auf zwei, vier oder mehr Beinen.

Elstners neue Sendung rückt ein Thema ins Licht, das in der deutschen Gesellschaft kaum sichtbar ist: Wie ergeht es alternden Tieren, wenn sie nicht mehr munter durch Gehege tollen oder durch die Wälder flattern? Die Geschichten von Elefantin Saida oder Uhu-Dame Assia zeigen eindringlich, mit wie viel Geduld, Respekt und oft auch Improvisation Menschen Tiere begleiten, die in unserer leistungsfixierten Welt sonst vergessen würden. Mitunter gibt es paradoxe Momente – etwa wenn ausgerechnet ein alter, auf ein Auge blinder Uhu zum Sinnbild für Beharrlichkeit und Fürsorge wird. Betrachtet man neben Dokumentationen auch aktuelle Debatten in deutschen Medien, ist das Thema "alte Tiere brauchen Schutz" erstaunlich marginal – Initiativen wie Gnadenhöfe oder Artenschutzprojekte finden zwar Erwähnung, bleiben aber Randthema. Beobachtungen aus taz.de und perspektive-daily.de etwa weisen darauf hin, dass besonders Wildtiere im hohen Alter oft wenig gesellschaftliche Fürsprache bekommen, ihr Wert und ihre Bedürfnisse dagegen enorm sind: Sie werden gebraucht, um ökologische Kreisläufe zu stabilisieren, geraten aber selbst schnell ins Abseits. Laut aktueller Medienberichte (u.a. auf sueddeutsche.de und zeit.de) wird die Versorgung alter oder kranker Haustiere zudem für Privatpersonen immer schwieriger – steigende Behandlungskosten treffen gerade diejenigen, die Stall oder Wohnzimmer für ein altes Tier öffnen möchten. Es braucht wohl mehr als eine einzelne TV-Dokumentation, um auf die Lage der Tiersenioren wirklich nachhaltig aufmerksam zu machen.

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