Die Forderung der Linken nach harten EU-Sanktionen gegen leitende ICE-Beamte ist eine direkte Reaktion auf das tödliche Vorgehen gegen eine 37-jährige Frau in Minneapolis, das in vielen Medien weltweit für Empörung sorgte. Kritik an der US-Einwanderungsbehörde ICE ist nicht neu; bereits in der Vergangenheit stand sie wegen mutmaßlicher Menschenrechtsverletzungen, überharter Grenzpolitiken und Gewaltvorwürfen immer wieder in der Kritik. Neu ist jedoch, dass eine deutsche Partei nun explizit politische und wirtschaftliche Konsequenzen auf europäischer Ebene verlangt, um zumindest den Druck auf die Vereinigten Staaten hinsichtlich ihrer Innenpolitik zu erhöhen. Nach aktuellen Recherchen bleibt der politische Diskurs um die Glaubwürdigkeit und Wirksamkeit europäischer Sanktionen gegen Einzelpersonen oder US-Behörden allerdings hoch umstritten, da die praktische Umsetzbarkeit und juristische Basis solcher Maßnahmen fragwürdig sind. Außerdem berichten mehrere internationale Medien, dass der Vorfall in Minneapolis tatsächlich in vielen US-amerikanischen Städten Proteste ausgelöst hat und die Diskussion über Polizeigewalt und Einwanderungspolitik weiter anheizt. Parallel dazu beobachten Experten das politische Klima zwischen den USA und Europa seit Jahren mit Sorge, weil diplomatische Verwerfungen vor allem im Bereich Menschenrechte und Justizsystem wiederholt zu Spannungen führten.