Gauland nimmt AfD nach Vetternwirtschafts-Vorwürfen in Schutz

Alexander Gauland, AfD-Mitbegründer und heute Ehrenvorsitzender, springt seiner Partei zur Seite: Er weist die aktuellen Nepotismus-Anschuldigungen zurück und spricht über die schwierige Personalgewinnung.

heute 11:27 Uhr | 4 mal gelesen

Alexander Gauland sieht seine Partei zu Unrecht an den Pranger gestellt. Der politische Gegenwind gegenüber der AfD, so argumentiert er, mache es fast unmöglich, verlässliche Leute an Bord zu holen – viele würden schon im normalen Arbeitsleben stolpern, wenn sie sich zur AfD bekennen. Doch ganz abtun will Gauland die Gefahr nicht: Skandale rund um Vetternwirtschaft könnten das Image der Partei ernsthaft beschädigen, warnt er, fast schon lakonisch. "Parteien können daran zerbrechen", merkt Gauland an, auch wenn – wie er andeutet – das Politikversagen der Konkurrenten ihm mitunter noch schwerer wiege. Außerdem richtet er den Blick auf die politische Konkurrenz: Zwar halte er nichts von destruktiven Agenden gegenüber der CDU, aber ein Zusammenschluss der bürgerlichen Kräfte sei mittelfristig denkbar – wenn die CDU sich in der Wählergunst an einem Tiefpunkt befinden würde. Ein bisschen Hoffnung schwingt dabei mit, aber auch viel Realismus. Gaulands Worte balancieren zwischen Verteidigung, Mahnung und politischer Strategie – und ganz klar: Es ist kompliziert.

Gauland argumentiert, die AfD werde durch gesellschaftliche Isolation strukturell benachteiligt, was zu Problemen bei der Mitarbeitersuche führe. Gleichzeitig erkennt er jedoch an, dass selbst kleinere Skandale um Filz die Partei erheblich in ihrer Glaubwürdigkeit gefährden könnten. Im Hinblick auf die CDU sieht er langfristig die Option eines bürgerlichen Bündnisses, betont jedoch, dass dies erst denkbar wird, wenn die Union politisch stark schwächer wird. Aktuell dominieren jedoch Misstrauen und Vorbehalte auf beiden Seiten. Weiterführende Recherchen zeigen, dass die AfD aktuell unter Beobachtung des Verfassungsschutzes steht und parteiinterne Streitigkeiten zu öffentlicher Kritik führen, während gleichzeitig Bemühungen laufen, sich als ‚bürgerliche Opposition‘ zu positionieren. Zugleich bestehen anhaltend Debatten vor allem im Osten Deutschlands über mögliche Koalitionen der CDU mit der AfD, werden aber von CDU-Spitze abgelehnt. Überdies häufen sich in letzter Zeit Massenproteste und Aktionen zivilgesellschaftlicher Gruppen gegen rechtsextreme Politik und Einflussversuche der AfD.

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