Laut Sharmahd verdichten sich die Hinweise auf eine Ausweitung des Kriegsrechts in iranischen Städten: Über soziale Kanäle erreichen sie Videos, die bewaffnete Milizen aus dem Libanon und Irak in iranischen Straßen zeigen – Männer, die auf Arabisch ‚Wir dienen dir, Khamenei‘ rufen, während sie patrouillieren. Auch wenn einzelne Quellen schwer unabhängig zu überprüfen seien, erkennt Sharmahd in den Bildern den Versuch, eine ‘arabisch-islamistische Fremdherrschaft’ zu etablieren, gestützt auf dschihadistische Söldner. Im Interview spricht sie offen über die fortgesetzte staatliche Gewalt: Nebeneinander von Lynchmorden und dem Freischuss auf Zivilisten mit Maschinengewehren – „das überschreitet die Grenze zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“ Trotzdem organisiert die Opposition sich weiter, beerdigt ihre Toten im Protest und plant offen den Widerstand. Für Sharmahd steht fest: Nur ein militärischer Eingriff gegen die Machtzentren der Revolutionsgarde könne momentan den Blutvergießen Einhalt gebieten. Sie berichtet von geheimen Vorbereitungen, um Behörden zu übernehmen – sollte die versprochene internationale Unterstützung kommen. Besonders Deutschland ruft sie in die Pflicht: Das Land müsse – aus historischer Verantwortung und Rolle als wichtigster Handelspartner – ein Tribunal nach Nürnberger Vorbild initiieren. Der Mord an ihrem Vater Jamshid Sharmahd, so argumentiert sie, könne einen Präzedenzfall für europaweite Haftbefehle schaffen. Für Maßnahmen wie Sanktionen oder Beobachtermissionen hat Sharmahd nur ein Wort: „Wer tatenlos zusieht, macht sich mitschuldig.“
Gazelle Sharmahd erhebt schwere Vorwürfe gegen das iranische Regime und spricht von gezieltem Politizid und massiver Repression durch ausländische Milizen. Ihr Appell richtet sich vorrangig an Deutschland, das sie zu klaren Konsequenzen und einem internationalen Tribunal nach Nürnberger Muster aufruft. In den letzten Tagen bestätigen auch zahlreiche internationale Medien eine Verschärfung der Repressionen und die wachsende Rolle ausländischer Söldner im Iran, während gleichzeitig die Protestbewegung trotz aller Gefahren und Gewalt nicht verstummt. Nach Recherche aktueller Nachrichten berichten taz, Deutsche Welle und Süddeutsche Zeitung übereinstimmend von einer neuen Eskalationsstufe, darunter gezielte Gewalt gegen Demonstranten, Abschalten des Internets zur Unterdrückung von Informationen sowie die alarmierende Ohnmacht der internationalen Gemeinschaft. Die FAZ hebt die rechtliche Komplexität von Ermittlungen gegen Regime-Mitglieder hervor und kommentiert, wie herausfordernd eine Beweisführung derzeit ist. Hintergrundrecherchen beleuchten, dass das iranische Regime in der Vergangenheit wiederholt auf Hilfe ausländischer paramilitärischer Gruppen gesetzt hat, etwa Hisbollah-Kämpfern, um Oppositionen niederzuschlagen. Die Diskussion um Konsequenzen für Europa und Deutschland nimmt Fahrt auf, wobei Sondertribunale und völkerrechtliche Schritte erneut in den Fokus geraten.