Europa kann, wenn es will, mit stolzer Brust auftreten – das meint zumindest Oliver Blume, Chef von Volkswagen. Angesprochen auf die jüngsten Aussagen von Donald Trump in Davos, betont Blume, dass die EU klug auf die anhaltenden US-Zolldrohungen reagiert habe. "Wir müssen uns wieder trauen, zu unseren Stärken zu stehen und dabei eine feste Linie zu zeigen", sagt er dem "Handelsblatt". Es klingt fast ein wenig trotzig – oder vielleicht eher wie jemand, der die Nase voll hat von ständigem Hin und Her.
Was aber die Investitionen betrifft, bleibt Blume deutlich: Ohne Entlastung bei den Einkaufspreisen, sprich weniger Zölle, wird es keine zusätzlichen Milliardeninvestitionen in Amerika geben. Das trifft nicht nur geplante Projekte wie ein mögliches Audi-Werk in den USA, sondern auch bestehende Marken. Besonders Audi und Porsche, erklärt Blume, leiden unter hohen US-Importabgaben. Allein Audi kosteten die Zölle laut dem Manager rund 1,3 Milliarden Euro im vergangenen Jahr – eine gewaltige Summe, die fast schon schwindelig macht. Porsche? Da sei im US-Geschäft ohnehin kaum Gewinn übrig geblieben, schildert Blume, der bis Ende letzten Jahres noch die Geschicke der Nobelmarke lenkte. Seit 2024 kann er sich nun voll und ganz auf den VW-Konzern konzentrieren – wobei das Tauziehen mit den USA wohl kaum ein Ende nimmt.
Volkswagens Vorstandsvorsitzender Oliver Blume hat eine deutliche Botschaft gesendet: Ohne Entgegenkommen der USA bei den Einfuhrzöllen will der Konzern keine neuen Großinvestitionen in Übersee riskieren. Hintergrund sind milliardenschwere Verluste etwa bei Audi und Porsche durch die strengen US-Zollregelungen. Die Debatte um neue Standorte – etwa ein geplantes Audi-Werk – steht angesichts dessen ebenso auf der Kippe wie das gesamtstrategische Auftreten Europas gegenüber Amerika. Neuere Recherchen zeigen, dass die Volkswagen-Gruppe unter dem Druck von Inflation, schwächelndem US-Konsum und internationalen Handelskonflikten ihre Standorte weltweit grundsätzlich überprüft. Anfang Juni 2024 hat das Unternehmen erste Zahlen zu Umsatzeinbrüchen infolge der Importzölle veröffentlich, während parallel die EU mit verstärkten Reaktionen auf US-Handelspolitik antwortet. Laut mehreren Medienberichten plant die EU, stärker auf Gegenzölle und alternative Märkte zu setzen, um die Abhängigkeit von US-Investitionen und politischem Druck mittelfristig zu verringern.