Gegen das Vergessen: ARTE erinnert an die Befreiung von Auschwitz

Ein Sendeschwerpunkt auf ARTE thematisiert den Holocaust und beschäftigt sich mit dem Gedenken und der Aufarbeitung dieser Vergangenheit.

heute 12:43 Uhr | 6 mal gelesen

Es gibt Momente, in denen Geschichte mehr als nur Zahlen und Fakten ist – sie hallt nach, verlangt nach Aufmerksamkeit. ARTE widmet dem 27. Januar, dem Tag der Befreiung von Auschwitz, einen ganzen Programmschwerpunkt rund um Erinnerung, Aufarbeitung und die Überlebenden. Neben dem stark bewegenden Spielfilm "Son of Saul" werden verschiedene Dokumentationen ausgestrahlt – etwa über die Ursprünge antisemitischer Verschwörungstheorien, wie sie bis heute weiterleben (zu sehen: "Weltkarriere einer Lüge"). In einer weiteren zweiteiligen Dokumentation steht die extrem schwierige Zeit der befreiten KZ-Insassen im Mittelpunkt, die nach dem Schrecken erneut vor dem Nichts standen. Auch die Geschichte von Raubkunst und den Akteuren, die aus dem Leid anderer noch nach dem Krieg Profit schlugen, kommt nicht zu kurz – ein Thema, über das ich vorher nie so detailliert nachgedacht hatte. Ein weiteres Augenmerk gilt mutigen Menschen im Widerstand und den Spuren des Nationalsozialismus bis in die Gegenwart hinein – sei es durch einen Rettungsakt in Prag oder das Ringen eines Dorfbewohners mit der NS-Vergangenheit seiner Heimat. Mir fällt auf, wie vielschichtig Erinnerung sein kann: Sie ist persönlich, politisch, manchmal unbequem und immer wieder notwendig. Und ganz ehrlich – die Gefahr, dass Geschichte verblasst, ist ständig präsent; ein Grund mehr, solche Schwerpunkte nicht nur zu zeigen, sondern wirklich hinzusehen.

ARTE stellt zum Gedenktag an die Befreiung von Auschwitz ein umfassendes TV- und Online-Angebot bereit. Das Programm beleuchtet verschiedene Facetten des Holocaust: Es wird sichtbar gemacht, wie tief verwurzelt Antisemitismus bis heute ist (beispielsweise durch historische Fälschungen wie die "Protokolle der Weisen von Zion"). Beeindruckend ist, wie offen über die oft vernachlässigte Perspektive der Überlebenden und deren schwierigen Neuanfänge nach 1945 gesprochen wird, ebenso wie über NS-Raubkunst und fortdauernde Gedenkarbeit. Besonders aktuell wurden in den letzten 48 Stunden verschiedene Artikel veröffentlicht, die einen ähnlichen Fokus legen: Ein Beitrag in der Süddeutschen Zeitung geht ausführlich auf den internationalen Holocaust-Gedenktag und die damit verbundenen aktuellen politischen Herausforderungen ein, wobei Zeitzeugen gegen wachsenden Antisemitismus in Europa mahnen (vgl. Quelle: Süddeutsche Zeitung). Die Zeit berichtet von neuen Forschungsergebnissen zur Rolle von Frauen im Widerstand gegen das NS-Regime und knüpft damit an das ARTE-Programm zur weiblichen Sabotage in Auschwitz an (Quelle: Die Zeit). Weiterhin beleuchtet die FAZ die juristische und gesellschaftliche Aufarbeitung von NS-Raubkunst in Deutschland und zeigt auf, dass viele Restitutionsfragen immer noch ungeklärt sind (Quelle: FAZ). Gemeinsam unterstreichen diese aktuellen Diskussionen und Dokumentationen, wie wichtig die Auseinandersetzung mit der Geschichte im Heute bleibt.

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