Sven Schulze spricht sich klar gegen jede Idee aus, Sachsen-Anhalt mit anderen Bundesländern zu fusionieren, wie es Markus Söder ins Gespräch gebracht hatte. Stattdessen zeigt er sich aber offen, Verwaltungseinheiten – wie Bergämter – zwischen Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen zu bündeln, um effizienter zu arbeiten. In der aktuellen politischen Debatte wird sichtbar, dass in ostdeutschen Flächenländern wie Sachsen-Anhalt die Bewahrung regionaler Identität nach wie vor einen hohen Stellenwert einnimmt; gleichzeitig wächst der Druck auf die Politik, durch Verwaltungskooperationen Kosten zu senken und Kompetenzen zu bündeln. Neuere Meldungen aus Sachsen und Thüringen unterstreichen, dass ähnliche Überlegungen zur „Kooperationsverwaltungsreform“ dort ebenfalls diskutiert werden. In Bayern dagegen werden derartige Vorschläge oft mit Skepsis aufgenommen, da die regionale Selbstständigkeit als politischer Wert gilt. Und noch ein Gedanke: Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Verunsicherung haben regionale Identitäten ein überraschend starkes Beharrungsvermögen – oft gegen alle wirtschaftlichen Argumente.