Greenpeace warnt: Sprit-Entlastungen der Regierung führen in eine Sackgasse

Der Umweltorganisation Greenpeace stößt die Sprit-Politik der Ampel sauer auf – sie sieht darin ein gefährliches Festhalten am fossilen Zeitalter.

heute 05:02 Uhr | 3 mal gelesen

Ganz ehrlich – manchmal frage ich mich, ob im politischen Berlin noch jemand das große Ganze im Blick behält. Während die Bundesregierung mit dem Vorschlag um die Ecke kommt, Autofahrer per Spritpreisentlastungen zu besänftigen, schlägt Greenpeace so lange Alarm, bis man es eigentlich nicht mehr ignorieren kann. Lena Donat von Greenpeace brachte es knackig auf den Punkt: 'Das ist, als würde man auf einem sinkenden Schiff die Schwimmwesten billiger machen.' Treffender geht’s kaum. Steuermillarden versickern – und das Hauptsächlich bei den Leuten, die dicke SUVs fahren, nicht bei jenen, für die jeder Cent zählt. Wäre es nicht sinnvoller, den mutigen Schritt zu wagen und die Abhängigkeit von Öl und Gas endlich zu durchbrechen? Anstatt Symptome zu verarzten, sollten wir Ursachen anpacken, fordert Greenpeace. Ein Mobilitätsgeld könnte helfen, Menschen aus dieser fossilen Falle rauszulotsen. Jeder neue Verbrenner, jede zusätzliche Gasheizung: Das ist wie eine Verschärfung des Problems in Zeitlupe. Auch die Deutsche Umwelthilfe kommt mit einer klaren Botschaft um die Ecke. Die Idee, auf eigene Erdgasvorkommen zurückzugreifen, sei ein kurzes Strohfeuer, das nur einigen Unternehmen die Kassen füllt, aber sonst niemandem etwas bringt. Im Gegenteil: Die Regierung mache sich zum Sprachrohr der Gasindustrie. Nüchtern betrachtet klingt das nach einem Rückschritt ins letzte Jahrhundert – oder?

Greenpeace und die Deutsche Umwelthilfe warnen beide scharf vor den neuen Sprit- und Energieplänen der Bundesregierung. Kritisiert werden vor allem die kurzfristigen Entlastungsmaßnahmen für Autofahrer und die vermehrte Ausbeutung heimischer Gasvorkommen, weil sie laut Umweltschützern den Wandel weg von fossilen Energien weiter verzögern. Inzwischen mehren sich kritische Stimmen aus verschiedenen Umweltverbänden, die fordern, dass nachhaltige Lösungen wie ein Mobilitätsgeld und der gezielte Ausbau erneuerbarer Energien Vorrang haben sollten, statt weiterhin Milliarden an Subventionen fossiler Brennstoffe zu stecken. Die Debatte um fossile Subventionen gewinnt aktuell angesichts hoher Energiepreise und Klimazielen international an Bedeutung: Laut neuen Analysen der Internationalen Energieagentur erreichten die weltweiten Förderungen fossiler Energieträger 2023 erneut ein Rekordhoch. Gleichzeitig fordern Verbände und Wissenschaftler, die Effekte von Maßnahmen wie dem deutschen Klimageld zu beschleunigen, um soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz glaubwürdig zu verbinden.

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