Wildberger kündigte im Gespräch mit dem Pro-Newsletter Technologie (Politico) an, noch vor der Sommerpause ein weiteres 'Entlastungskabinett' ins Leben zu rufen. Zentrales Ziel: Die Wirtschaft soll diesmal um mehrere Milliarden Euro an Bürokratiekosten erleichtert werden. "Wir arbeiten gerade unter Hochdruck an verschiedenen Maßnahmen", erklärte er. Ein prägnantes Beispiel sei die Umsetzung des Gebäudetyps E – einfacher bauen, günstigere Standards: "Mit den entsprechenden Ministerien laufen dazu bereits sachliche, aber durchaus lebhafte Gespräche." Parallel dazu arbeitet Wildberger mit europäischen Unternehmen an einer europäischen Alternative zur US-Analyse-Software von Palantir. Seine klare Haltung: "Auf Dauer müssen wir in Europa eigene Technologien und Anbieter entwickeln, die global mithalten können." Schon jetzt gebe es fähige europäische Unternehmen, die in diesem Bereich Unterstützung verdienen. Das alles werde nicht von heute auf morgen gehen – "zwei bis drei Jahre, schätze ich realistisch eingeschätzt". Der Staat sieht Wildberger dabei nicht nur in der Rolle des Auftraggebers, sondern auch als möglichen Anschieber für junge Tech-Firmen: "Auch Start-ups, die noch nicht jeden Preis abgeräumt haben, sollten wir Verantwortung zutrauen." Zusammenarbeit mit kleineren Unternehmen, gerade in frühen Entwicklungsphasen, sei nicht die Norm – "aber in dieser Zeit brauchen wir auch Experimente und frischen Mut", sagt Wildberger. Bis eine europäische Alternative wirklich steht, schließt Wildberger eine temporäre Nutzung von Palantir nicht aus: "Solange unsere Anforderungen an Souveränität gewahrt bleiben, kann Palantir weiterhin eine Option sein. Aber: Sicherheit steht an erster Stelle."
Wildberger treibt eine Bürokratieentlastung für Unternehmen voran und möchte insbesondere durch den Gebäudetyp E für einfacheres Bauen bürokratische Hürden abschaffen. Gleichzeitig setzt der CDU-Digitalminister auf den Aufbau europäischer Alternativen zu US-Software, insbesondere zu Palantir, gibt sich aber zugleich pragmatisch – Sicherheit und Gefahrenabwehr werden, bis eigene Lösungen verfügbar sind, notfalls mit bestehenden US-Technologien ausgefüllt. Diese Balance zwischen europäischer Unabhängigkeit und realpolitischer Notwendigkeit spricht viele drängende Themen der aktuellen Digitalpolitik an.
Recherchen zeigen, dass aktuell in der politischen Diskussion sowohl die Frage nach besserer Unterstützung für Start-ups als auch der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Tech-Unternehmen eine große Rolle spielt. Laut FAZ werden neue Entlastungspakete als entscheidend für die wirtschaftliche Erholung betrachtet, während insbesondere die Abhängigkeit von US-Digitalgiganten und der wachsende Ruf nach Datenschutz als brennende Baustellen gelten. Auch auf internationaler Ebene, wie Berichte der Deutschen Welle zeigen, besteht Druck auf Europa, digital unabhängiger und innovationsfreudiger zu werden – inklusive mutiger Experimente im öffentlichen Sektor.