Gerade wenn’s draußen wieder kalt wird, werden die Risiken für ältere Menschen sichtbar – und doch sinkt der Anteil derjenigen, die sich gegen die Influenza impfen lassen. Laut aktuellen Zahlen der Barmer zogen 2023 nur noch 40,8 % der Versicherten ab 60 Jahren die Impfnadel vor, ein Wert, der fast schon wieder auf dem schwachen Stand vor der Pandemie angekommen ist. Wo früher – so um das erste Corona-Jahr – noch annähernd jeder Zweite in dieser Altersgruppe den Gang in die Praxis auf sich nahm, macht sich jetzt offenbar wieder eine gewisse Nachlässigkeit breit. Die von der WHO empfohlenen 75 %? Weit entfernt. Regional gibt’s dabei ein ziemliches Gefälle: Während in Baden-Württemberg gerade mal knapp 30 % der älteren Bevölkerung geimpft sind, kommt man in Sachsen-Anhalt immerhin auf über die Hälfte. Ein weiteres Problem: Wer eigentlich besonders gefährdet ist, wird trotzdem häufig übersehen. Pflegebedürftige Menschen, egal ob zuhause oder im Heim, lassen sich ebenfalls selten impfen. Teils liegt ihre Impfrate sogar unter dem Durchschnitt ihrer Altersgenossen ohne Pflegeleistungen. Sogar bei Herzinfarkt-Patienten sieht es nicht besser aus: Viele holen sich die jährliche Impfung nicht. Dabei ist gerade für diese Gruppen jede Immunisierung ein potenzieller Lebensretter – medizinisch ist das längst belegt. Warum also bleibt so viel Luft nach oben? Womöglich spielen Impfmüdigkeit, schlechte Informationspolitik oder bürokratische Hürden eine Rolle. Tatsache ist: Bis neuere Daten für 2024 oder 2025 vorliegen, bleibt Deutschland bei der Grippeimpfung im internationalen Vergleich weiter abgeschlagen.
Die Grippe-Impfquote bei über 60-Jährigen in Deutschland ist 2023 auf 40,8 % gesunken – ein Wert deutlich unter der von der WHO geforderten Empfehlung von 75 %. Besonders besorgniserregend sind die Impflücken bei vulnerablen Gruppen wie Pflegebedürftigen und Herzpatienten, deren Impfbereitschaft laut Barmer-Daten sogar unter dem allgemeinen Schnitt liegt. Deutschlandweit gibt es große regionale Unterschiede: Die Impfrate bewegt sich von unter 30 % in Baden-Württemberg bis 55 % in Sachsen-Anhalt. Laut aktuellen Recherchen von taz, FAZ und Zeit Online warnen Expert*innen vor stetiger Impfmüdigkeit und verpassten Chancen durch bürokratische Hürden sowie mangelnde Aufklärungskampagnen. Global betrachtet geraten Länder mit niedrigen Impfquoten unter Druck, da gefährdete Bevölkerungsgruppen durch fehlende Bereitschaft zusätzlich exponiert sind und dem Gesundheitssystem langfristig höhere Kosten verursachen. Viele Mediziner*innen fordern daher bessere Informationspolitik und niedrigschwellige Impfangebote, um die jährlich wechselnde Grippewelle besser abzufangen.