Manchmal, so scheint es, existiert ein regelrechtes Niemandsland zwischen politischen Ankündigungen und echter Datenerhebung. Genau das kommt jetzt beim Thema Unterhaltsvorschuss ans Licht. Das familienpolitische Ministerium (BMFSFJ) muss eingestehen: Für die Jahre 2024 und 2025 fehlen amtliche Informationen darüber, wie viele der sogenannten säumigen Unterhaltspflichtigen in Wahrheit zahlungsfähig wären. Laut Bericht der 'Rheinischen Post' stützt sich die Regierung stattdessen überwiegend auf Annahmen und Schätzwerte. Das bedeutet: Der Staat schultert munter hohe Ausfallkosten, ohne konsequent zu prüfen, ob das Geld nicht eigentlich von den Unterhaltspflichtigen selbst kommen könnte. Etwas offenherzig gestand Misbah Khan von den Grünen: Der aktuelle Zustand sei ärgerlich. Zwar sei es positiv, dass der Staat einspringe, wenn Ex-Partner ihren Verpflichtungen nicht nachkämen – jedoch sei die Rückgewinnung der gezahlten Beträge mangelhaft organisiert. Noch einen Schritt weiter geht Daniela Jaspers (VAMV): Sie hält die Antwort für zu vage und fordert die von der Ampelkoalition versprochene Anhebung des Vorschusses endlich umzusetzen. Wer sich die Zahlen, oder eben das Fehlen von Zahlen, ansieht, spürt förmlich das unsichtbare Loch im System.
Kurz gesagt: Der Bundesregierung fehlen zuverlässige Daten zur Anzahl der zahlungsfähigen, aber nicht zahlenden Unterhaltspflichtigen – ein Mangel, der nicht nur Milliarden kosten kann, sondern auch gezielte Verbesserungen für alleinerziehende Familien erschwert. Fachverbände und Politik zeigen sich zunehmend ungeduldig: Eine fundierte Datengrundlage sei unabdingbar, um Rückforderungen effizienter zu gestalten und Planungssicherheit herzustellen. Übrigens: Jüngste Berichte zeigen, dass auch die Digitalisierung der Verwaltungsprozesse und der Austausch zwischen Jugendämtern derzeit nicht ausreichend funktionieren – viele Rückmeldungen bleiben einfach liegen, während Familien auf Unterstützung warten.