Grönland im Fokus: Diplomatisches Treffen zwischen USA und Dänemark angesetzt

Am Mittwoch wollen sich Vertreter Dänemarks und der USA in Washington über die angespannte Lage rund um Grönland austauschen. Neue Impulse sollen die Beziehungen klären, nachdem zuletzt harsche Töne gefallen waren.

heute 12:26 Uhr | 7 mal gelesen

Die Begegnung ist ungewöhnlich direkt: Im Weißen Haus kommen – wenn alles nach Plan läuft – US-Vizepräsident JD Vance, US-Außenminister Marco Rubio mit dem dänischen Außenminister Lars Lokke Rasmussen und Vivian Motzfeldt, der grönländischen Ministerin für Außenpolitik, zusammen. Die Stimmung? Im Moment leicht frostig, zumal Präsident Trump wiederholt mit teils unverblümten Sprüchen über Grönland für Aufsehen sorgte. Rasmussen betonte, es solle dabei ernsthaft darum gehen, sich „in die Augen zu schauen“ und Auswege zu finden – noch so ein skandinavischer Versuch, Konflikte mit Gelassenheit und Pragmatismus zu begegnen. Die Frage nach einem möglichen dauerhaften Militärstandort der USA auf Grönland hängt wie ein Nebel über allem. Bisher hat sich niemand so recht aus der Deckung gewagt, aber das Thema steht auf der Agenda. Trumps jüngste Bemerkungen, er schließe einen US-Militäreinsatz „nicht aus“, haben die Lage zusätzlich aufgeheizt. Ob das Treffen wirklich klärt, wer künftig das Sagen am nördlichen Rand der Weltkugel hat? Schwer zu sagen. Zumindest ist Bewegung drin – immerhin.

Das geplante Treffen unterstreicht ein wachsendes geopolitisches Interesse der USA an Grönland, insbesondere angesichts der zunehmenden internationalen Konkurrenz im arktischen Raum und des steigenden Nutzens strategischer Militärstützpunkte. Laut der Nachrichtenlage bereitet sich Kopenhagen darauf vor, die Autonomie Grönlands zu verteidigen – eine Herausforderung, die nicht zuletzt durch frühere Kaufabsichten Washingtons und sicherheitspolitische Erwägungen verschärft wurde. Zugleich werden auf beiden Seiten Sorgen laut, dass der Konflikt nicht nur diplomatisch, sondern auch handfest militärisch aufgeheizt werden könnte. Jüngste Berichte sprechen davon, dass die dänische Regierung in den vergangenen Tagen enge Konsultationen mit den grönländischen Behörden geführt und dabei die Bedeutung indigener Rechte sowie Umweltfragen betont hat. Darüber hinaus ist die USA seit Kurzem dabei, ihre Präsenz auf der Thule Air Base auszubauen – ein deutliches Signal in Richtung Moskau und Peking, die ebenfalls ein wachsendes Interesse an der Arktis zeigen.

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