Großzügige Prämie ausgelobt: Innenminister erhöht Druck auf linksextreme 'Vulkangruppe'

Nach den jüngsten Sabotageattacken auf Berlins Energieversorgung plant Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) eine hohe Geldprämie, um Hinweise auf die Verantwortlichen der linksextremen 'Vulkangruppe' zu gewinnen.

heute 00:02 Uhr | 4 mal gelesen

Es gibt Tage, da fragt man sich: Wie lange lässt sich ein solches Katz-und-Maus-Spiel eigentlich ziehen? Nachdem Berlins Stromversorgung erneut Ziel einer Sabotage wurde – angeblich wieder das Werk der "Vulkangruppe" – zieht Bundesinnenminister Alexander Dobrindt die Daumenschrauben an. Kein Wunder, die Geduld in den Behörden scheint erschöpft. Eine satte Belohnung, Gerüchten zufolge im sechs- oder gar siebenstelligen Bereich, soll nun Denkanstöße liefern – frei nach dem Motto: "Folge dem Geld, und vielleicht findet sich ein Schwatzhafter." Das Ministerium gibt sich resolut. Ein Sprecher ließ in der "Bild am Sonntag" durchblicken, Dobrindt setze großes Vertrauen in die Motivation der Bevölkerung – und vermutlich auch in ihre Spürhunde, egal ob menschlich oder vierbeinig. Aus gutem Grund: Seit mehr als einem Jahrzehnt taucht der Name Vulkangruppe immer wieder auf, wenn es irgendwo in Berlin oder Brandenburg im Kabelstrang knistert oder der Regionalzug bockig wird. Über 13 Anschläge gegen Bahn- und Energienetze – es liest sich wie eine unendliche Chronik kleiner Erschütterungen. Manchmal, das muss ich anmerken, fragt man sich, warum der große Fahndungsdurchbruch ausbleibt. Vielleicht fehlt bislang tatsächlich nur der entscheidende Tipp vom Nachbarn? Immerhin, mit dem Aussicht auf einen Geldsegen werden plötzlich vorher unscheinbare Beobachtungen ein Stück wertvoller. Schade eigentlich, dass die Belohnung nicht für Zeitungsarchive gilt – da ließe sich die Geschichte der "Vulkanisten" in Romanlänge nachzeichnen.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt will die Fahndung nach der sogenannten "Vulkangruppe" verschärfen, indem er eine hohe Prämie für Hinweise auslobt, die zu ihrer Ergreifung führen. Die Gruppe, der seit 2011 mindestens 13 Angriffe auf kritische Infrastrukturen in Berlin und Brandenburg – speziell Bahn- und Stromanlagen – zugeschrieben werden, stellt die Ermittler vor erhebliche Herausforderungen. Die Maßnahme erhofft sich insbesondere durch die finanzielle Motivation von Insiderwissen einen entscheidenden Durchbruch. Laut aktuellen Berichten ist die Sabotage kritischer Infrastruktur, wie Strom- oder Bahnnetzen, ein wachsendes Sicherheitsrisiko in Deutschland, was zu politischen Debatten über bessere Absicherung und konsequentere Strafverfolgung führt. Neben den linksextremen Anschlägen gibt es laut einer Analyse der Süddeutschen Zeitung verstärkte Präventivmaßnahmen bei Elektrizitäts- und Bahnunternehmen, darunter intensivierte Videoüberwachung und größere Budgets für Sicherheitspersonal. In Fachkreisen wird diskutiert, ob hohe Geldprämien tatsächlich den gewünschten Effekt haben oder lediglich die Hemmschwelle der Täter leicht verschieben, während Datenschützer sorgenvolle Augen auf die wachsenden staatlichen Überwachungsstrategien werfen.

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