Grüne kritisieren geplante Änderungen beim Gesetz zu medizinischem Cannabis

Die Grünen äußern Bedenken gegen den Regierungsentwurf, der die Abgabe von Medizinalcannabis künftig stärker regulieren will.

heute 07:34 Uhr | 3 mal gelesen

Einmal mehr sorgt die Bundesregierung mit ihren geplanten Änderungen zur Regulierung von Medizinalcannabis für Diskussion: Linda Heitmann, Grünen-Mitglied im Gesundheitsausschuss, bezeichnet die Pläne im Interview mit der 'Rheinischen Post' (Donnerstag) als unausgereift. Sie moniert, dass Patientinnen und Patienten dadurch zu Unrecht unter Verdacht geraten könnten, Cannabis nicht medizinisch, sondern missbräuchlich einsetzen zu wollen. Das führe, so ihre Prognose, in der Praxis zu spürbaren Nachteilen für Betroffene. Klar sieht sie auch den Nutzen persönlicher Arztkontakte – allerdings nicht nur bei Medizinalcannabis, sondern für alle verschreibungspflichtigen Medikamente. Der Punkt: Ein Video-Termin sollte künftig ebenso ausreichend sein wie der Besuch in der Praxis. Auch sieht Heitmann keinen Anlass dafür, ausgerechnet beim Cannabis besondere Hürden aufzubauen. Sie verweist darauf, dass viele andere Medikamente weit größere Risiken in sich tragen – von Abhängigkeit bis hin zu gefährlichen Nebenwirkungen. Der Gesetzesentwurf wurde am Mittwoch im Gesundheitsausschuss der Bundesregierung beraten. Und ehrlich gesagt: Die Debatte, ob Cannabis tatsächlich so heikel ist, wie stets behauptet wird, könnte differenzierter kaum geführt werden.

Die aktuellen Gesetzespläne der Bundesregierung sehen vor, die Kontrolle über Medizinalcannabis zu verschärfen, was laut Grünen-Politikerin Linda Heitmann eine Benachteiligung und Stigmatisierung von Patienten nach sich ziehen würde. Während Gesundheitsminister Karl Lauterbach betont, dass Missbrauch und dubiose Verschreibungen eingedämmt werden sollen, fordern viele Fachleute – darunter auch Ärzteverbände und Patientenorganisationen – ein ausgewogeneres Vorgehen und warnen, dass überzogene Hürden die Versorgungssicherheit gefährden könnten. Mit der geplanten Pflicht zum persönlichen Arztkontakt, die den Zugang zu Cannabis-Produkten einschränken könnte, befürchten Patientengruppen einen Rückschritt, insbesondere da in Skandinavien und Kanada Fernverschreibungen inzwischen gängige Praxis sind; Laut Medienberichten mehren sich zudem Stimmen aus der Pflege- und Ärzteschaft, das Thema im Kontext aller suchtgefährdenden Medikamente ganzheitlich zu betrachten.

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