Dietmar Bartsch, der heute für die Linke im Bundestag sitzt, hat in einem Gespräch mit der Funke-Mediengruppe einen ziemlich offenen Einblick gegeben, wie er Ende der 80er, Anfang der 90er ungewollt zum Verwalter eines politischen Erbes wurde, das schwer auf den Schultern lag. 'In der PDS war damals alles im Umbruch: viele Alte wurden festgenommen, überall Verdächtigungen.' Bartsch erzählt, dass Freunde ihn gewarnt hätten, er steige auf ein 'totes Pferd'. Die Atmosphäre gleicht einem Politkrimi. Besonders im Zusammenhang mit dem sogenannten Putnik-Skandal, bei dem Geld ins Ausland abfloss. Bartsch selbst wertet den Versuch, Vermögen auf diesem Wege zu "retten", als einen riesigen Fehler – sowohl moralisch wie auch praktisch. Interessant (und fast schon ernüchternd): Bartsch widerspricht dem Bild, das bis heute kursiert, nach dem riesige Summen undurchsichtig verschwunden seien. 'Da ist faktisch nichts in den Taschen verschwunden', betont er. Vielmehr sei der allergrößte Teil des SED-Vermögens gesetzlich kontrolliert verwaltet und zur Reorganisation der neuen Bundesländer verwendet worden. Ein Vertrag mit der Treuhandanstalt regelte zudem, dass etwaige entdeckte Vermögen zum Dreifachen zurückerstattet werden müssten. Nicht unerwähnt bleibt: Das SED-Vermögen umfasste nicht nur Konten, sondern auch Passiva, Immobilien und Firmenanteile. Und: In DDR-Mark habe sich das Ganze immerhin auf einen mindestens zweistelligen Milliardenbetrag summiert. Es bleibt das diffuse Gefühl, dass zwischen Legendenbildung, politischem Misstrauen und Tatsachen nach wie vor ein Graben klafft – vielleicht ist das bis heute nicht ganz aufgelöst.
Dietmar Bartsch reflektiert seine Rolle als PDS-Schatzmeister und räumt mit langjährigen Vorwürfen auf: Der Großteil des SED-Vermögens wurde nach offiziellen Vorgaben verwaltet, nicht heimlich beiseitegeschafft. Bartsch nennt insbesondere die Zusammenarbeit mit der Treuhandanstalt als Absicherung und unterstreicht, dass etwaige illegale Vermögensverschiebungen nur einen winzigen Bruchteil ausgemacht hätten – dennoch hätten diese Einzelfälle der Partei politisch und moralisch schwer geschadet. Weitere aktuelle Artikel befassen sich mit Transparenz in der Parteienfinanzierung, der historischen Aufarbeitung vom Übergang zwischen SED, PDS und Die Linke sowie bis heute offenen Fragen zum Umgang mit DDR-Altvermögen und Erinnerungsarbeit. Recherchen zeigen, dass die Diskussion, wie parteipolitische Altlasten juristisch und gesellschaftlich bewertet werden – genauso wie die Frage der mittelbaren Verantwortung heutiger Politiker für DDR-Vermögensentscheidungen – nach wie vor emotionale Debatten auslösen.