Ricarda Langs Vorstoß, Angestellten ein gesetzlich verbrieftes Recht auf eine Vollzeitstelle einzuräumen, sofern im Betrieb das Arbeitsvolumen stimmt, entfacht erneut die Debatte um flexible Beschäftigungsformen und soziale Sicherheit. Nach Lang muss die Politik nicht nur Arbeitszeitmodelle öffnen, sondern auch massiv in Kita- und Pflegeinfrastruktur investieren, damit Familie und Beruf auf Augenhöhe funktionieren können – sie kritisiert den CDU-Vorschlag, Teilzeit einzuschränken, scharf und sieht darin einen Rückschritt für Arbeitnehmerrechte sowie die Gleichstellung von Frauen. Die aktuelle Diskussion spiegelt die Herausforderungen des deutschen Arbeitsmarkts wider, in dem Fachkräftemangel, starre Strukturen und soziale Infrastruktur eng verwoben sind, worüber derzeit auch zahlreiche Leitmedien und -kommentator:innen debattieren. Die taz berichtet, dass viele Unternehmen gerade in Branchen wie Pflege und Erziehung ohnehin händeringend Personal suchen und ein Mehr an Flexibilität fordern, wobei gerade Frauen oft zwischen familiären Pflichten und Berufswunsch zerrieben werden. Die Süddeutsche Zeitung hebt in einem aktuellen Leitartikel hervor, dass auch die Arbeitgeberseite durchaus Bewegungsbereitschaft signalisiert, aber die Pflicht zu Vollzeit kritisch bewertet – und eine Flexibilisierung fordert, die alltagstauglich sein muss. Darüber hinaus markiert die Debatte eine Grundsatzfrage: Welche Rolle spielt der Einzelne künftig im Arbeitsmarkt, wie werden klassische Arbeitszeitmodelle aufgebrochen und was bedeutet das für gesellschaftliche Teilhabe?
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