Manuela Schwesig bleibt dabei: Ihr politischer Fokus liegt weiterhin fest auf Mecklenburg-Vorpommern. In einem Interview mit dem 'Stern' hat sie unmissverständlich erklärt, dass sie nach einer erfolgreichen Wahl noch fünf Jahre als Ministerpräsidentin in Schwerin arbeiten möchte. Keine Experimente, keine Spekulationen über einen Wechsel nach Berlin – auch dann nicht, wenn die Bundestagswahl 2029 bevorsteht. Ganz im Gegenteil, Schwesig gibt sich kämpferisch: Sie will die SPD bei der Landtagswahl am 20. September wieder nach vorne bringen, auch wenn Umfragewerte derzeit ein wenig düster ausfallen. Die AfD liegt mit etwa 38 Prozent recht deutlich vor der SPD, die nur etwa halb so viele Stimmen einzusammeln scheint. Aber, so Schwesig, seien Meinungsumfragen kein Ersatz für echte Wahlergebnisse – und Erfahrungsgemäß könne sich das Blatt auch noch wenden. "Im Sommer, kurz vor der Wahl, stellen sich die Leute die entscheidenden Fragen: Wem trauen sie zu, das Land sicher zu lenken? Wer hat die nötige Erfahrung und sorgt für Stabilität?" Laut Schwesig liegen darin die Stärken der SPD. Ähnlich nüchtern äußerte sich Bärbel Bas, die ebenfalls öffentlich kein Interesse am Kanzleramt zeigt und somit auch keine Konkurrenz zu Lars Klingbeil darstellt. Schon jetzt werden damit mögliche Grabenkämpfe ums Spitzenamt im Keim erstickt – ein selten klares Signal in einer oft turbulenten Parteipolitik.
Schwesigs Absage an eine Kanzlerkandidatur kommt zu einer Zeit, in der die SPD im Osten massiv unter Druck steht, besonders durch den Vormarsch der AfD. Während Schwesigs Kurs auf regionale Stabilität und Verlässlichkeit setzt, zeigen aktuelle Berichte, dass viele Wähler sich aufgrund gesellschaftlicher Unsicherheiten für Alternativen zur SPD entscheiden. Experten weisen darauf hin, dass es nicht nur um Führungspersonen geht, sondern um grundlegendes politisches Vertrauen, das die SPD in Ländern wie Mecklenburg-Vorpommern erst wiederherstellen muss. Die SPD-Führung betont geschlossen die Notwendigkeit innerparteilicher Geschlossenheit, um für kommende Herausforderungen gerüstet zu sein.