Im Kern der Debatte steht die Frage, ob Minijobs – mit ihren niedrigen Sozialabgaben und begrenzten Arbeitsstunden – tatsächlich wie gedacht als flexible Arbeitsform dienen oder doch ein Einfallstor für prekäre Beschäftigungen und spätere Altersarmut sind. Aktuell liegt die Verdienstgrenze für Minijobber bei 538 Euro im Monat; das Risiko, davon im Alter kaum leben zu können, ist vielfach belegt. Während Arbeitgeberverbände das Modell gern als Einstiegsmöglichkeit für Geringqualifizierte bewerben, wächst in der Politik – nicht nur bei den Grünen – die Sorge, dass zu viele Menschen in dieser Sackgasse landen. Die Diskussion ist keineswegs neu: Bereits in den letzten Monaten gab es wiederholt Debatten über mögliche Änderungen beim Minijobgesetz – beispielsweise könnten strengere Regeln und höhere Sozialabgaben helfen, die Attraktivität von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen zu erhöhen. Besonders Frauen sind häufig auf Minijobs angewiesen und laufen Gefahr, im Alter unterversorgt zu sein. Aus unterschiedlichen politischen Lagern kommen dazu sehr verschiedene Lösungsvorschläge: Manche fordern, Minijobs ganz zu kippen oder die Schwelle massiv anzupassen, andere wollen lieber Anreize für Umwandlungen schaffen. Das Thema erhitzt aktuell erneut die Gemüter in Berlin, zumal Tarifbindung, Arbeitsmarktdynamik und Rentenpolitik mit hineinspielen. In anderen EU-Ländern gibt es für Mini- oder Nebenjobs oft strengere Auflagen oder stärkere staatliche Kontrollen.