Man kennt das ja: Ein Blick auf die Statistik, und schon wünscht man sich, die Zahlen hätten mehr Substanz oder zumindest ein Fünkchen Drama. Diesmal lässt einen der Rückgang der Importpreise im Dezember 2025 jedoch tatsächlich aufhorchen: Mit minus 2,3 Prozent gegenüber dem Dezember 2024 war es der deutlichste Rückgang seit dem Frühjahr 2024, als die Preise damals noch um 3,6 Prozent nachgaben. Im Vergleich zu den vorangehenden Monaten hat sich der Trend verstärkt – Anfang Winter waren die Rückgänge noch moderater. Und, ganz ehrlich: So ein bisschen Schwanken ist in solchen Preiskurven absolut normal – aber dieser Ausschlag ist bemerkenswert.
Interessant: Fast schon klischeehaft ist die Verantwortung wieder einmal dem Energiemarkt zuzuschreiben. Die Energiepreise fielen auf breiter Front, von Erdgas über Erdöl bis zu Strom – und zwar zum Teil um mehr als 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das zieht das Gesamtniveau spürbar nach unten. Ohne die Energie hätte sich der Rückgang der Importpreise sogar weitgehend verflüchtigt – die sogenannten Kernimportpreise sanken lediglich um 0,3 Prozent, und man sieht: Energie bleibt das Zünglein an der Waage.
Nicht ganz unerwartet spielen aber Lebensmittelpreise manchmal ihr eigenes Lied: Während Haselnüsse und Kaffee teurer wurden (über 50 bzw. 36 Prozent Plus – das ist schon eine Hausnummer!), konnten sich Verbraucher etwa bei Kakao, Schweinefleisch oder Milch freuen; hier waren die Preise nämlich deutlich niedriger. Und wie es so ist: Manche Entwicklungen bleiben widersprüchlich, teils steigen Nahrungsmittelpreise, teils sinken sie – Muster gibt es nur auf den zweiten Blick.
Die Exportpreise zeigten sich derweil recht stabil, lediglich Energieexporte und landwirtschaftliche Produkte verbilligten sich. Auffällig ist, dass sich die Unterschiede zwischen einzelnen Produktgruppen im Jahresverlauf verstärkten. Mich erstaunt, dass trotz aller Unsicherheiten auf den Rohstoffmärkten und der globalen Logistik dieses Auf-und-Ab der Außenhandelspreise in seinen Grundzügen vorhersehbar bleibt – irgendwo sitzt immer ein Preistreiber oder -bremser. Die Preisentwicklung ist also nicht nur ein Puzzle, sondern manchmal fast schon ein surrealistisches Gemälde.
Die Importpreise in Deutschland sanken im Dezember 2025 gegenüber dem Vorjahr um 2,3 Prozent, der deutlichste Rückgang seit über einem Jahr. Hauptgrund waren massive Preisnachlässe bei Energie, insbesondere bei Erdgas, Erdöl und Strom, was sich auf die Gesamtrentwicklung durchschlug. Lebensmittelpreise entwickelten sich heterogen: Rohstoffe wie Kakao verbilligten sich, während Kaffee und Haselnüsse unerwartet kräftig zulegten. Im Exportbereich blieben die Preisniveaus überwiegend stabil, Ausreißer bildeten hier nur Energieexporte und landwirtschaftliche Produkte mit spürbar niedrigeren Preisen. Das gesamtwirtschaftliche Bild bleibt geprägt von großen Schwankungen auf dem Energiemarkt und gegensätzlichen Preisentwicklungen einzelner Gütergruppen.
Neuste Recherche, Stand Februar 2024: Die taz berichtet, dass der Preis für Weizen auf den internationalen Agrarmärkten in den letzten Tagen weiter gesunken ist, was sich direkt auf Importpreise und die deutsche Ernährungsindustrie auswirkt. Zeit.de meldet aktuell, dass gerade bei Energie und Rohstoffen eine vorläufige Stabilisierung einsetzt, während die europäischen Gaspreise wegen milder Temperaturen und hohen Reserven am Spotmarkt noch weiter nachgeben. Laut FAZ diskutieren Experten, wie sich die globalen Angebotsüberhänge bei Öl und Gas im Zusammenspiel mit geopolitischen Unsicherheiten langfristig auf die deutschen Importpreise und die Inflation auswirken werden – eine stringente Prognose wagt kaum jemand.