Indien vor Abschluss milliardenschwerer U-Boot-Bestellung bei TKMS – Merz-Reise im Fokus

Deutschland und Indien stehen kurz davor, einen bahnbrechenden Rüstungsdeal abzuschließen: Sechs moderne U-Boote aus Deutschland könnten bald Indiens Marine stärken.

09.01.26 10:16 Uhr | 12 mal gelesen

Da ziehen sie sich also schon seit Jahren hin, diese Verhandlungen um den U-Boot-Großvertrag zwischen Thyssen-Krupp Marine Systems (TKMS) und der indischen Regierung. Jetzt allerdings, so berichten Insider dem „Handelsblatt“, scheint tatsächlich Bewegung hineinzukommen – vermutlich ist der Abschluss der Sache näher, als es bisher je der Fall war. Die indische Seite will über eine zusätzliche Regierungsvereinbarung sicherstellen, dass Ersatzteile für die U-Boote künftig ohne Haken und Ösen beschafft werden können. Das klingt nach typisch deutscher Gründlichkeit – oder sturer Beharrlichkeit, je nach Lesart. Spätestens bei der anstehenden Indienreise von Bundeskanzler Merz (CDU) soll nun nachverhandelt werden: Montag empfängt Premier Modi den Kanzler im westlichen Gujarat, danach zieht der Tross nach Bangalore weiter, wo technikaffine Unternehmertypen die deutsche Delegation treffen. Interessanterweise geht es aber nicht nur um U-Boote und Fregatten. Zwischen den Zeilen raunt das „Handelsblatt“, dass Uniper beim Thema ‚grüner Ammoniak‘ ebenfalls Nägel mit Köpfen machen will. Ammoniak – etwas unterschätzt, aber womöglich ein Schlüssel für die Energiewende? Die genauen Details aber, typisch Politik, sollen erst kommende Woche ans Licht kommen. Mal abwarten, und ja: Man fragt sich doch, ob das alles so reibungslos läuft, wie es auf dem Papier steht.

Deutschlands maritimer Rüstungssektor steht vor einem der größten Exportdeals seiner Geschichte: Sechs U-Boote für Indiens Flotte, geliefert von TKMS, könnten demnächst offiziell besiegelt werden. Absichernde Regierungsabkommen sollen die Versorgung mit Ersatzteilen gewährleisten – ein Punkt, der nicht nur die Inder, sondern auch zahlreiche Rüstungsexperten umtreibt. Die geplante deutsch-indische Kooperation ist auch ein Fingerzeig in Richtung Energiepolitik: Neben der Verteidigung wartet der Energiemarkt, insbesondere durch den Einstieg beim grünen Ammoniak, auf neue Impulse. Angemerkt sei: Inmitten geopolitischer Spannungen gewinnt ausgerechnet die Zusammenarbeit mit Indien strategisch an Bedeutung, ein Aspekt, der in aktuellen Berichten der Süddeutschen und der FAZ als Signal gegen Chinas und Russlands Einfluss im Indo-Pazifik gedeutet wird. Zusätzlich meldet unter anderem die ZEIT, dass deutsche High-Tech-Unternehmen an einer engeren Verzahnung mit indischen Partnern interessiert sind, was ausländische Investitionen und Technologietransfer beschleunigen könnte. Kritische Stimmen, die etwa von Taz und Krautreporter verbreitet werden, hinterfragen allerdings, ob deutsche Waffenexporte tatsächlich langfristig zu Stabilität beitragen – und ob der Begriff ‚grüner‘ Ammoniak nicht allzu euphemistisch sei.

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