Europas Wettbewerbsfähigkeit steht auf dem Prüfstand, und erstmals zieht eine breite Front aus Unternehmen, Verbänden und Gewerkschaften gemeinsam an einem Strang. In der Antwerpener Erklärung fordern sie kurzfristige, koordinierte Maßnahmen von der Politik, um den Abstieg der Industrie und damit verbundene Arbeitsplatzverluste zu verhindern. Die Stimmung ist angespannt, sowohl wegen geopolitischer Unsicherheiten, Handelskonflikten und hoher Energiepreise als auch wegen bürokratischer Hürden, die Investitionen ausbremsen – all das spitzt sich gerade zu. Recherchen auf taz.de, FAZ und Spiegel.de zeigen: Viele Unternehmen klagen über abnehmende Standortattraktivität, und es mehren sich Forderungen, Sonderregelungen für Investitionen, Steuerentlastungen und weniger Bürokratie einzuführen. Die EU-Kommission debattiert zudem über energiepolitische Anpassungen, um nicht weiter ins Hintertreffen zu geraten. Es herrscht die Einsicht: Ohne Kurswechsel steht Europa durch den internationalen Konkurrenzdruck von China und den USA vor einer tiefgreifenden Transformation, an deren Ende auch die politische Stabilität Europas infrage stehen könnte.