Neuer Politikberater für Pistorius: Martin Schäfer übernimmt zentrale Rolle

Im Zuge einer bemerkenswerten Personalumbesetzung verstärkt Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sein Team: Der erfahrene Diplomat Martin Schäfer tritt den Posten des politischen Beraters an – eine Entscheidung, die aus Kreisen des Verteidigungsministeriums durchgesickert ist.

heute 16:39 Uhr | 5 mal gelesen

Martin Schäfer – ein Name, der, wenn man die deutsche Diplomatie etwas verfolgt hat, schon seit Jahren immer wieder auftaucht. Zuletzt wirkte er, ausgerechnet im Politischen und Sicherheitspolitischen Komitee in Brüssel, als sogenannter PSK-Botschafter – ein klangvoller Titel, hinter dem sich handfeste Einflussmöglichkeiten verbergen. Doch damit nicht genug: Schäfer stand eine Zeitlang als Sprecher dem Außenminister Frank-Walter Steinmeier zur Seite – das muss man erst mal bringen, so besonnen zu kommunizieren (oder es zumindest zu versuchen). Zwischenzeitlich verschlug ihn sein diplomatischer Weg nach Südafrika und auch ins französische Paris – zwei Stadtwelten, wie sie gegensätzlicher kaum sein können. Jetzt, 2024, kehrt Schäfer zurück ins Berliner Rampenlicht – nicht als heimlicher Strippenzieher, sondern ganz offiziell als Politikberater für Boris Pistorius. Persönlich reizvoll finde ich die Frage, ob die Mischung seiner bisherigen Stationen – von den lebendigen Straßen Johannesburgs bis hin zum europäischen Politikbetrieb in Brüssel – frischen Wind in die Strategie des Ministeriums bringen wird. Andererseits: Dass Minister Pistorius jetzt ausgerechnet auf einen so erfahrenen Diplomaten setzt, dürfte kaum Zufall sein. Offen bleibt ein wenig, welche Akzente Schäfer tatsächlich setzen will – diplomatische Erfahrung ist ja das eine, politischer Spürsinn etwas ganz anderes. Achja, sein Vorgänger Jasper Wieck wechselt übrigens als Botschafter nach Indien – keine kleine Nummer, wenn man bedenkt, wie sehr Indiens Rolle in der Weltpolitik gerade wächst.

Martin Schäfer, der neue Politikberater von Verteidigungsminister Boris Pistorius, bringt jahrzehntelange Erfahrung im Auswärtigen Amt mit. Er war nicht nur Sprecher unter Frank-Walter Steinmeier, sondern auch deutscher Botschafter in Südafrika und Paris, sowie zuletzt deutscher Vertreter im Politischen und Sicherheitspolitischen Komitee der EU (PSK). Diese prominente Personalie fällt in eine Zeit, in der Deutschland sowohl außenpolitisch als auch sicherheitspolitisch vor neuen Herausforderungen steht – etwa im Zuge der aktuellen internationalen Unsicherheiten mit Blick auf Russlands Vorgehen in der Ukraine sowie die sicherheitspolitische Lage in Europa und weltweit. Dank Schäfers diplomatiewissenschaftlicher Expertise und globaler Vernetzung dürfte Pistorius auf neue Impulse und breites strategisches Know-how setzen können. Gerade mit der zunehmenden Vernetzung von Außenpolitik und militärischer Sicherheit, wie zuletzt die Bundeswehr-Einsätze in Osteuropa und Afrika zeigen, wird auf diese Verknüpfung künftig wohl mehr Gewicht gelegt. Aktuelle Schlagzeilen rücken zudem die Notwendigkeit einer engeren europäischen Zusammenarbeit und einer selbstbewussteren deutschen Rolle ins Blickfeld.

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