Ines Claus drängt auf mehr Frauen-Power in der CDU

Ines Claus, eine profilierte CDU-Politikerin aus Hessen, geht ins Rennen um den Bundesvizeposten – und plädiert lautstark dafür, es engagierten Frauen leichter zu machen, sich im Ortsverband einzubringen.

heute 07:37 Uhr | 3 mal gelesen

Ganz ehrlich, der Weg zu mehr Frauen in der Politik gleicht eher einem verschlungenen Pfad als einer Autobahn – zumindest, wenn man Ines Claus zuhört. Die hessische CDU-Fraktionschefin will beim bevorstehenden Bundesparteitag aufs Vize-Treppchen, doch mit Floskeln hält sie sich nicht lange auf. "Wirklich entscheidend sind Kandidatinnen, die im Wahlkreis sichtbar sind, die vor Ort anpacken, die sich die Schuhe schmutzig machen und direkt ins Parlament gewählt werden", meint Claus ziemlich klar. Und ja, abendliche Meetings, bei denen Mütter abwinken, sind ein alter Zopf. Ihr Vorschlag: Wenigstens die wichtigsten Sitzungen online streamen, damit auch Frauen mit Kindern den Anschluss nicht verlieren. Sie ist überzeugt: "Mit mehr Frauen verbessern wir auch unsere Wahlergebnisse!" Schließlich reiche Repräsentanz auf Listen nicht aus. Frauen müssten gestärkt werden, damit sie tatsächlich in den Bundestag einziehen – das sei nicht nur für die Sichtbarkeit elementar, sondern auch für die Qualität der Politik. Ansonsten, so Claus, sitze ja ständig "nur eine Hälfte der Gesellschaft" am Tisch. Interessant: Ihre Appelle sind keine Einbahnstraße. Sie pocht darauf, dass die CDU ihre Verbindung zu den Kirchen wieder ernster nimmt – immerhin steht das "C" ganz bewusst im Parteinamen, wie sie mit einem Augenzwinkern betont. Die kommende Woche dürfte für Claus also im Zeichen der Entscheidung stehen: In Stuttgart will sie zur Vizechefin der Partei gewählt werden – scheinbar ohne Gegenkandidaten. Schon auch ein Fingerzeig für parteiinterne Machtverhältnisse, vielleicht aber auch die Hoffnung, dass Claus' Kurs auf mehr weibliches Engagement Schule machen könnte. Wobei: Ob schnelle Erfolge warten? Wer weiß das schon in dieser Partei.

Ines Claus legt als Kandidatin für den CDU-Bundesvizevorsitz den Finger in die Wunde und fordert, Frauen im Parteileben konsequenter einzubeziehen. Sie hält Listenplätze allein für zu passiv und möchte, dass Frauen als starke Direktkandidatinnen vor Ort Akzente setzen – vor allem durch digitale Vereinfachungen, die Familienbelastungen mindern. Neben ihren frauenpolitischen Akzenten unterstreicht sie die Bedeutung der Kirchenbindung, denn das christliche Selbstverständnis dürfe nicht ins Hintertreffen geraten. Erweiterung durch Recherche: Die CDU debattiert aktuell auch breiter über ihre Modernisierung, insbesondere was Mitgliederbeteiligung und Erneuerung des Führungsstils angeht. Das Thema Frauenquote bleibt dabei umstritten, denn noch immer sehen viele die Parteikultur als wenig einladend für weibliche Talente. Im Lichte der CSU- und Grünen-Erfahrungen wächst der Druck, sichtbare Veränderungen einzuleiten – gerade vor der Europawahl und angesichts des anhaltenden Mitgliederrückgangs (Quelle: taz.de). Außerdem ist bemerkenswert, dass bundesweit mehr Frauen für kommunalpolitische Mandate kandidieren, aber im Bundestag weiterhin deutlich unterrepräsentiert sind (Quelle: tagesschau.de). Claus‘ Verbindung zur Kirche wird im Kontext des gesellschaftlichen Wertewandels als Versuch gelesen, die CDU stärker als wertegebundene Volkspartei zu profilieren.

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