Ipsos-Umfrage: Unterstützung für Regierung immer brüchiger

Eine aktuelle Ipsos-Befragung zeichnet ein düsteres Bild: Die Zustimmung zur Bundesregierung erodiert zunehmend.

heute 11:58 Uhr | 3 mal gelesen

Das neue Jahr bringt für das Bundeskabinett wenig Grund zur Freude – fast alle Minister, mit wenigen Ausnahmen, verlieren deutlich an Rückhalt. Besonders in Erinnerung bleibt die starke Schrumpfung der Zufriedenheit im Vergleich zum Frühjahr und besonders seit Sommer 2025. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bleibt die große Ausnahme: Mit seiner Arbeit sind weiterhin viele einverstanden, sogar mit komfortablem Abstand. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) dagegen ist das Schlusslicht – ihre Umfragewerte brechen weiter ein. In nackten Zahlen: Nur noch 17 Prozent der Bürgerinnen und Bürger sind im Mai mit der Regierungsarbeit zufrieden – ganze 7 Prozentpunkte weniger als noch im März. Kanzler Friedrich Merz (CDU) wird von kaum mehr als 18 Prozent der Befragten positiv beurteilt, auch das ein tiefer Fall um 7 Punkte seit dem Frühjahr. Besonders heftig wird der Vertrauensverlust bei Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) – ein Minus von 10 Prozentpunkten auf nur 19 Prozent. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) und Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) verlieren jeweils 8 Punkte und erreichen gerade noch 20 und 22 Prozent Zustimmung. Und Wirtschaftsministerin Reiche? Sie verharrt bei mageren 15 Prozent – ein klarer Abstieg. Abseits dieser Malaise hält einzig Pistorius das Fähnchen hoch. 50 Prozent Zufriedenheit – das sind immer noch beeindruckende Werte angesichts des negativen Trends. Außenminister Johann Wadephul (CDU) folgt abgeschlagen mit 30 Prozent und zwei Punkten Verlust. Es lohnt sich, ein wenig zurückzublicken: Im Juni 2025 lag die Regierungszufriedenheit noch bei 40 Prozent. Davon ist nach zwölf Monaten nicht einmal die Hälfte übrig. Merz hat seit seinem Start 21 Prozentpunkte eingebüßt, Reiche sogar 26 Punkte. Auch Klingbeil (minus 22 Punkte) und Bas (minus 20 Punkte) mussten massive Einbußen hinnehmen. Ein kleiner Lichtblick, wenn man so will: Die Bekanntheit vieler Kabinettsmitglieder bleibt relativ stabil. Boris Pistorius (4 Prozent der Befragten kennen ihn nicht) und Lars Klingbeil (6 Prozent Unbekanntheit) sind sehr präsent. Reem Alabali-Radovan (SPD), die Entwicklungsministerin, kennt dagegen gut jeder Dritte weiterhin nicht. Für die Studie hat Ipsos 1.000 wahlberechtigte Menschen aus Deutschland zwischen 18 und 75 Jahren befragt – der Zeitraum lag zwischen dem 8. und 10. Mai, online natürlich. Die Ergebnisse sind auf soziodemografische Merkmale und das Wahlverhalten bei der letzten Bundestagswahl angepasst.

Die aktuellste Ipsos-Umfrage bestätigt einen anhaltenden Auflösungsprozess in der Zustimmung zur amtierenden Bundesregierung. Besonders auffällig ist dabei der Absturz fast aller Kabinettsmitglieder, wobei Verteidigungsminister Pistorius noch vergleichsweise positiv gesehen wird. Aktuelle Berichte von tagesschau.de unterstreichen, dass die Bundesregierung angesichts Energiepreise, Inflation und Haushaltskürzungen immer stärker unter Druck gerät – ähnlich kritische Töne schlagen Leitartikel bei ZEIT ONLINE an, wo wachsende Unzufriedenheit, besonders im Zusammenhang mit der Wirtschaftslage und sozialen Ängsten, thematisiert werden. Die FAZ analysiert in einer neuen Umfragewelle zudem, dass viele Bürger zwar konkrete Einzelmaßnahmen unterstützen würden, aber dem Gesamtkurs der Regierung offenbar kaum noch trauen. Laut Politbarometer (ZDF) bleibt Pistorius bei den Sympathiewerten ebenfalls klar vorn, während Kanzler Merz im Ansehen weiter abrutscht.

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