Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, kritisiert die Erbschaftsteuer-Pläne der SPD, insbesondere den niedrigen Freibetrag für Firmenerben von fünf Millionen Euro, der aus seiner Sicht familiengeführte Mittelständler treffen und eine Abwanderung ins Ausland begünstigen könnte. Er fordert eine schnellere und umfassendere Entlastung etwa durch Körperschaftsteuer- und Soli-Senkungen sowie einen breiteren Ansatz bei der Stromsteuer. Trotz der aktuellen Problemfelder zeigt sich Hüther verhalten optimistisch und prognostiziert für dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von etwa einem Prozent, was zumindest ein kleiner Hoffnungsschimmer für die deutsche Wirtschaft darstellt. Weitere Details: Aktuell werden Debatten um die Erbschaftsteuer besonders angesichts des erhöhten Finanzbedarfs des Staates wieder lauter – laut Medienberichten setzt sich die SPD für eine gerechtere Besteuerung großer Vermögen ein und sieht die Pläne als Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit, während die Union harsche Kritik einbringt. Mittelstands- und Wirtschaftsverbände warnen seit Wochen vor möglichen Belastungen und sehen die Innovationskraft gefährdet – in einer Phase, in der Deutschland ohnehin mit wirtschaftlichen Unsicherheiten, Inflation und Investitionsstau zu kämpfen hat. International betrachtet ist die deutsche Erbschaftsteuer zwar im europäischen Mittelfeld, Kritiker sehen aber vor allem den Verwaltungsaufwand und mögliche Wettbewerbsnachteile durch starre Freibeträge als Risiken an.