IW-Direktor Hüther warnt vor SPD-Erbschaftsteuer: Gefahr für Mittelstand?

Michael Hüther, Leiter des Instituts der deutschen Wirtschaft, geht mit den Erbschaftsteuer-Plänen der SPD hart ins Gericht. Seine Hauptsorge: Der Wirtschaftsstandort Deutschland könnte durch zu niedrige Freibeträge für Firmenerben Schaden nehmen.

heute 07:03 Uhr | 2 mal gelesen

Manchmal wundert man sich wirklich: Während in Berlin die Diskussionen um eine Reform der Erbschaftsteuer kreisen, meldet sich Michael Hüther, Chef des IW, mit deutlicher Kritik. Nach seinen Worten könnten die SPD-Vorstellungen mit einem Freibetrag von gerade mal fünf Millionen Euro für Betriebsvermögen besonders für mittelständische Familienunternehmen zum Eigentor werden. Hüther befürchtet, dass genau diese Unternehmen—das vielzitierte Rückgrat der deutschen Wirtschaft—stark belastet und so weiter verunsichert würden. 'Die Folge könnte eine verstärkte Verlagerung von Unternehmen ins Ausland sein. Wollen wir das wirklich?', fragt er fast rhetorisch. Übrigens: Hüther bleibt beim Thema Steuerpolitik nicht beim Schimpfen stehen. Er erwartet auch etwas, das für viele Arbeitnehmer ein lang ersehnter Lichtblick wäre – raschere Senkungen bei der Körperschaftsteuer und die Abschaffung des Soli. Besonders auffällig – er hebt hervor, dass die Entlastung breiter gestreut werden sollte. Zum Schluss ein Hauch Optimismus: 'Die deutschen Konjunkturdaten sehen gar nicht so düster aus – wir rechnen mit einem kleinen, aber spürbaren Wachstum.' Kleiner Exkurs: Ob das reicht, um auch wieder Optimismus im Mittelstand zu säen? Da bleibt wohl ein dickes Fragezeichen.

Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, kritisiert die Erbschaftsteuer-Pläne der SPD, insbesondere den niedrigen Freibetrag für Firmenerben von fünf Millionen Euro, der aus seiner Sicht familiengeführte Mittelständler treffen und eine Abwanderung ins Ausland begünstigen könnte. Er fordert eine schnellere und umfassendere Entlastung etwa durch Körperschaftsteuer- und Soli-Senkungen sowie einen breiteren Ansatz bei der Stromsteuer. Trotz der aktuellen Problemfelder zeigt sich Hüther verhalten optimistisch und prognostiziert für dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von etwa einem Prozent, was zumindest ein kleiner Hoffnungsschimmer für die deutsche Wirtschaft darstellt. Weitere Details: Aktuell werden Debatten um die Erbschaftsteuer besonders angesichts des erhöhten Finanzbedarfs des Staates wieder lauter – laut Medienberichten setzt sich die SPD für eine gerechtere Besteuerung großer Vermögen ein und sieht die Pläne als Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit, während die Union harsche Kritik einbringt. Mittelstands- und Wirtschaftsverbände warnen seit Wochen vor möglichen Belastungen und sehen die Innovationskraft gefährdet – in einer Phase, in der Deutschland ohnehin mit wirtschaftlichen Unsicherheiten, Inflation und Investitionsstau zu kämpfen hat. International betrachtet ist die deutsche Erbschaftsteuer zwar im europäischen Mittelfeld, Kritiker sehen aber vor allem den Verwaltungsaufwand und mögliche Wettbewerbsnachteile durch starre Freibeträge als Risiken an.

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