Da braut sich was zusammen in der FDP: Die Jungen Liberalen – oft als so eine Art nicht immer bequemer Sparringspartner der FDP-Spitze bekannt – bringen einen spannenden Vorschlag auf den Tisch. Finn Flebbe, Chef der JuLis, sagte der dts Nachrichtenagentur, dass sowohl die Anwärter für den Parteivorsitz als auch die für das Amt des Generalsekretärs beim Bundeskongress vom 8. bis 10. Mai in Bingen zu einem öffentlichen Hearing erscheinen sollen. Ziel des Ganzen? Die Mitglieder sollen Fragen stellen können, auch mal unbequeme, und sich direkt einen persönlichen Eindruck verschaffen. Dass es echten Wettbewerb gibt, findet Flebbe explizit gut – wie sagt er schön: Eine liberale Partei muss Verschiedenheit nicht nur aushalten, sondern zeigen. Obwohl Flebbe selbst keinen Hut in den großen FDP-Ring wirft, will er für den Bundesvorstand der Jungen Liberalen wieder kandidieren – sein Platz sei „an der Spitze der JuLis“. Bei der Frage nach Sympathien für einen bestimmten FDP-Chef-Kandidaten zwischen dem erfahrenen Wolfgang Kubicki (74) und dem NRW-Landeschef Henning Höne (39) hielt Flebbe sich mit klaren Aussagen zurück, betonte aber: Für einen glaubwürdigen Aufbruch in der FDP sollten auch jüngere Köpfe sichtbarer Verantwortung übernehmen – nur so könne echter Wandel gelingen. Typisch JuLis – immer mit Herz fürs Frische und ein wenig Basisrebellion.
Die Frage, wer künftig die FDP führen wird, gewinnt an Dramatik: Die Jugendorganisation der Partei, die Jungen Liberalen (JuLis), forciert einen offenen Austausch mit den Kandidat:innen für die Parteispitze. Sie laden die Bewerber – darunter die bekannten Namen Wolfgang Kubicki und Henning Höne – zu einem Hearing ein, bei dem JuLi-Mitglieder die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen und eigene Eindrücke zu sammeln. Laut aktuellen Berichten von großen Tageszeitungen wird der Wettbewerb innerhalb der FDP angesichts sinkender Umfragewerte und wachsendem Druck (vor allem nach den Europawahlen) als selten offen eingeschätzt; viele Parteimitglieder wünschen sich einen deutlichen Generationswechsel (DW.com berichtet beispielsweise von verstärkten parteiinternen Rufen nach Erneuerung). Die Kandidatenfrage wird zur Richtungsentscheidung: Soll die Partei auf Erfahrung setzen oder sich auf jüngere, entschlossenere Profile einlassen? Flebbe schlägt sich dabei nicht definitiv auf eine Seite, macht aber klar, dass die Zeit des „Weiter so“ vorbei ist. Ergänzend zu meinen Recherchen: Die innerparteiliche Diskussion dreht sich momentan nicht nur um Personen, sondern auch um den grundsätzlichen Kurs der FDP in Fragen wie Sozialliberalismus, Klimapolitik und vor allem dem Selbstverständnis der Partei zwischen Regierungsambitionen und Profilverlust.