Es ist eine ganz eigentümliche Dynamik, wenn plötzlich nicht mehr nur Erwachsene bestimmen, was im Fernsehen für Kinder läuft, sondern junge Nutzer*innen selbst das Steuer übernehmen. Das KiKA UserLab hat genau diesen Anspruch: Schüler*innen der 5. bis 7. Klasse brainstormen, kritisieren, träumen – und das alles landet direkt im Writers' Room von 'Schloss Einstein'. Da werden dann auf einmal Upcycling-Outfits zum Thema, neue Musikvorschläge diskutiert oder Figuren bekommen Facetten, an die bislang niemand gedacht hat. Offenbar stecken hinter scheinbar banalen Fragen nach Freundschaft, Verliebtheit oder mentaler Gesundheit große Geschichten, die auf diese Weise echter klingen. Dass dabei auch ein bisschen Chaos entsteht – und manche Idee niemals den Sprung auf den Bildschirm schafft – ist wohl sogar beabsichtigt.
Dass die Kinder ins Zentrum rücken, ist kein Marketinggag, sagt Anke Lindemann vom MDR. Mitbestimmung sei gerade im öffentlich-rechtlichen Rundfunk mehr als ein Lippenbekenntnis – es ist der Versuch, Fernsehen nah an der Lebenswirklichkeit der Hauptzuschauenden zu belassen. Die Beziehung zwischen Redaktion und Nutzenden hat Geschichte: Seit Jahren gibt es Austausch auf Social Media, seit 2021 auch eine begleitende Studie mit Jugendlichen. Das aktuelle UserLab ist die Fortschreibung und zugleich ein Experiment: Gelingt es, das Fernsehen für Kids wirklich zu öffnen?
Am 6. März 2026 starten die neuen Folgen von 'Schloss Einstein' nach und nach auf kika.de, in der KiKA-App sowie in der ARD Mediathek. Im klassischen TV läuft die Serie ab demselben Tag werktags um 14.35 Uhr bei KiKA, mit einer Wiederholung am nächsten Tag um 14.10 Uhr. Begleitet wird das Ganze von Extras wie Backstage-Einblicken oder Live-Chats mit Darsteller*innen – so kann sich jede*r ein Stückchen 'Einstein' nach Hause holen. Produziert wird die Serie vom Team von Saxonia Media und betreut vom MDR, der damit auch betont, wie wichtig relevante Produktionen für junge Leute in der sich wandelnden Medienwelt sind.
Das Mediendossier zum Hintergrund gibt es online. Wer Lust auf Insights direkt aus dem Set hat, sollte am 18. März auf kika.de vorbeischauen – dann plaudern zwei Hauptdarsteller live aus dem Nähkästchen. Für die Koordination, Zahlen und den Kontakt sorgt nach wie vor das MDR-Kommunikationsteam.
Der Ansatz, Kinder mittels UserLab an der Gestaltung von 'Schloss Einstein' teilhaben zu lassen, hebt die Partizipation auf ein neues Level – ähnliche Initiativen sind im deutschsprachigen Fernsehen bislang die Ausnahme. Dabei bestätigt eine Recherche: Die Stärkung der Medienkompetenz und der Wunsch nach mehr Mitbestimmung werden aktuell vielfach betont, etwa im Kontext der ARD-Zukunftsstrategie und der strukturellen Erneuerung öffentlich-rechtlicher Programme. Auch aktuelle Nachrichten thematisieren, dass Kinderinhalte inklusiver und zielgruppennäher werden sollen – Deutschland steht europaweit damit in einer kleinen, aber wachsenden Vorreiterrolle.