Laut einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sprechen sich die Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD, Köln) und Stephan Keller (CDU, Düsseldorf) für eine Lockerung der Drogenhandelsgesetze in NRW aus. Ihr Ziel: In medizinisch betreuten Suchtzentren soll der kleine Verkauf oder Tausch – der sogenannte Mikrohandel – zwischen schwer süchtigen Nutzer*innen offiziell toleriert werden. Beide fordern Land und Bund auf, die gesetzlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Burmester spricht von Köln und Düsseldorf als „Pionierstädten“ – und mahnt mutige Schritte an. Keller verweist darauf, dass nur ein echter Wandel hilft, den massiven Problemen durch Crack und harte Drogen zu begegnen. Vorbild ist das Zürcher Modell: Dort wird Mikrohandel in speziellen Hilfseinrichtungen geduldet, was nach Angaben aus Zürich zur Reduktion von Beschaffungskriminalität und zur besseren Betreuung Betroffener geführt hat. Trotz der schwierigen Gesetzeslage in Deutschland – das Betäubungsmittelgesetz verbietet bisher jede Form des Handels – wollen beide Oberbürgermeister eine Gesetzesänderung anstoßen, idealerweise durch einen Bundesratsvorstoß. Als Inspiration nennen sie die Ausnahme für Drogenkonsumräume. Alternativ schlagen sie vor, eine Art Experimentierklausel bundesweit einzuführen: Städte könnten befristet von Bundesgesetzen ausgenommen werden, um wissenschaftlich begleitete Pilotprojekte zu realisieren, wie es ein Beschluss von Bund und Ländern ohnehin bis 2027 vorsieht.
Kölns und Düsseldorfs Stadtspitzen wagen einen unerwarteten Schritt: Sie möchten den streng überwachten Mikrohandel mit harten Drogen in Suchthilfeeinrichtungen testen lassen – was in Deutschland bislang an starren Gesetzen scheitert. Der Ansatz orientiert sich am Züricher Modell, das international Beachtung gefunden hat, um die Drogenszene zu befrieden und Süchtige besser zu erreichen. Tatsächlich steht Deutschland europaweit in einer Zwickmühle: Die Zahl der Crack-Konsumenten, vor allem in urbanen Zentren, steigt laut aktuellsten Berichten von www.spiegel.de und www.zeit.de stetig. Das österreichische Magazin „profil“ berichtet ausführlich über die Folgen des Zürcher Modells für Suchtprävention und Kriminalität. In mehreren Leitmedien – etwa www.sueddeutsche.de und www.taz.de – werden verstärkt Stimmen laut, dass eine Modernisierung der Drogenpolitik auch gesellschaftlichen Mut voraussetzt und partielle Legalisierungen international Erfolg zeigen. Im Parallelbereich Cannabis profitieren Pilotversuche in deutschen Städten von ersten positiven Erfahrungen mit Experimentierklauseln. Ein aktueller Bericht der Deutschen Welle hebt hervor, dass Länder wie die Schweiz und Portugal bereits seit Jahren auf harm-reduction-Strategien setzen, um Drogenkonsum weniger gefährlich zu machen.