Haben Sie schon mal vom World Pulses Day gehört? Dieser weniger bekannte Aktionstag – er findet jedes Jahr am 10. Februar statt – wirft ein Scheinwerferlicht auf die Welt der Hülsenfrüchte. Die Vereinten Nationen rufen damit dazu auf, den Wert von Linsen, Bohnen, Erbsen und Co. für eine nachhaltige Ernährung und Landwirtschaft zu erkennen. Es klingt vielleicht nach grauer Theorie, aber die Bedeutung ist ziemlich handfest: Ob Bodenverbesserung, bereicherte Fruchtfolgen oder bestäubende Bienen – Körnerleguminosen liefern beeindruckende „Nebenwirkungen“ für Mensch und Ökosystem.
Was oft vergessen wird: Diese Pflanzen benötigen keinen mineralischen Stickstoffdünger, weil sie es schaffen, den lebenswichtigen Stickstoff direkt aus der Luft zu binden. Für Landwirt:innen bedeutet das weniger Ausgaben für Betriebsmittel – und für uns alle: weniger klimaschädliche Emissionen. Gleichzeitig profitieren nachfolgende Kulturen von dieser natürlichen Boden-Boost-Kur. Hülsenfrüchte sind sozusagen die heimlichen Alleskönner zwischen Ackerboden und Mittagstisch.
Ernährungsphysiologisch punkten sie mit wertvollem, pflanzlichem Eiweiß und reichlich Ballaststoffen – also fast schon Pflichtteil in einer zukunftsorientierten, fleischreduzierten Kost. Der Geschäftsführer der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) drückt es so aus: Zwischen Umwelt, Ernährung und Landwirtschaft spannen Körnerleguminosen eine Art Brückenschlag.
Derzeit rückt die Süßlupine verstärkt in den Fokus. Sie ist neben Soja, Ackerbohne und Körnererbse eine der Big Four unter den europäischen Hülsenfrüchten und wurde sogar schon als „Superfood 2026“ gehandelt. Was nach Marketing klingt, beruht auf ihrer Kombination aus Umweltnutzen und Nährwert.
Der Aktionstag spricht Verbraucher:innen, aber auch Bäuer:innen, Politik und Handel gleichermaßen an und ist Teil der von der EU geförderten Kampagne „DIE VIER VON HIER!“. Ziel: Die Vorteile europäischer Körnerleguminosen bekannter machen und so einen kleinen Schubser in Richtung nachhaltiger Ernährung geben.
Hinter den Kulissen engagiert sich die UFOP – eine Interessenvertretung, die Öl- und Proteinpflanzen in Politik, Wirtschaft und Forschung nach vorne bringt – für die Weiterentwicklung und das bessere Image heimischer eiweißreicher Feldfrüchte. Wer sein Wissen vertiefen oder Ernährungstipps für Deutschland und Österreich nachlesen möchte, findet leicht online Anlaufstellen dazu (siehe Links im Originaltext).
Körnerleguminosen wie Bohnen, Erbsen, Lupinen und Sojabohnen sind für die nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung zunehmend bedeutsam. Sie verbessern Böden, fördern Biodiversität und reduzieren durch ihre Fähigkeit zur Stickstoffbindung nicht nur den Bedarf an künstlichem Dünger und die damit verbundenen Klimabelastungen, sondern stärken auch die europäische Eiweißversorgung und verringern Importabhängigkeiten. Aktuelle Ernährungsempfehlungen in Deutschland und Österreich setzen verstärkt auf Hülsenfrüchte als Teil einer ausgewogenen, zukunftsgerichteten Kost, während politische und wirtschaftliche Initiativen wie die UFOP und die „DIE VIER VON HIER!“-Kampagne dafür werben, diese Pflanzen stärker ins Bewusstsein der Konsument:innen zu rücken.
Aktuelle Recherchen zeigen: Laut der Deutschen Welle wächst der Markt für pflanzliche Eiweißquellen in Europa kontinuierlich, wobei innovative Produkte auf Basis europäischer Hülsenfrüchte helfen könnten, die Abhängigkeit von Sojaimporten zu reduzieren. Zeit.de berichtet von neuen politischen Initiativen auf EU-Ebene, die Forschung und Anbau von Leguminosen gezielt fördern und so nicht nur Nachhaltigkeitsziele, sondern auch die regionale Landwirtschaft stärken sollen. Die FAZ beleuchtet in einer Hintergrundanalyse, dass der steigende Konsum heimischer Hülsenfrüchte nicht nur Umwelt und Ernährungssicherheit dient, sondern auch neue Absatzwege für Landwirte eröffnet.