Schwarz-Rot einigt sich auf Investitionspakt für Deutschlands Filmbranche

Nach langem Ringen haben sich Bundesregierung und die großen Fraktionen im Bundestag auf ein milliardenschweres Investitionspaket für die deutsche Filmindustrie verständigt.

heute 13:04 Uhr | 3 mal gelesen

Wie Kulturstaatsminister Wolfram Weimer bekanntgab, wird der Filmstandort Deutschland künftig mit insgesamt 250 Millionen Euro pro Jahr gefördert – ein sattes Signal. Im Kern sollen damit sowohl klassische Filmproduzenten als auch Streamingdienste und Fernsehsender verpflichtet werden, stärker in heimische und europäische Produktionen zu investieren. Der Mix aus verbindlichen und freiwilligen Zusagen sorgt nicht nur für mehr Sicherheit in der Branche, sondern soll auch Raum für Experimente lassen. So ist vorgesehen, dass ab einer Investitionsquote von zwölf Prozent bestimmte gesetzliche Vorgaben gelockert werden. Die sogenannte "Öffnungsklausel" soll vor allem Streamingplattformen nicht über Gebühr belasten, sondern ein Anreizsystem schaffen. Weimer betonte, das Paket könne Deutschland als Filmstandort tatsächlich auf ein konkurrenzfähiges, internationales Niveau heben. "Endlich werden klare Leitplanken gesetzt, die für Verlässlichkeit sorgen – auch im globalen Vergleich." Das Vorhaben ist ganz nebenbei auch ein Signal an internationale Investoren: Der deutsche Filmmarkt bekommt solide Spielregeln, ohne allzu sehr in die Freiheit der Unternehmen einzugreifen.

Die erzielte Einigung reflektiert einen langen politischen Aushandlungsprozess, bei dem neben wirtschaftlichen Interessen insbesondere Fragen der kulturellen Vielfalt und des nachhaltigen Wachstums im Mittelpunkt standen. Branchenverbände äußerten sich überwiegend positiv, warnen aber, dass die Ausgestaltung der Öffnungsklausel entscheidend für die Effektivität sei, insbesondere im Hinblick auf internationale Konkurrenz. Recherchen zeigen, dass die Maßnahme Teil einer europaweiten Reformbewegung ist, um lokale Kreativindustrien gegen globale Streaming-Riesen zu stärken und Urheberrechte sowie Produktionsstandards zu sichern.

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