Markus Guhl, der die Geschäfte des BdB führt, findet deutliche Worte: "Wollen wir wirklich etwas gegen das CO2 in unserer Atmosphäre tun, sollten wir uns anschauen, wer hierzulande tatsächlich nachweislich Kohlenstoff speichert – und das sind nicht nur Autofabriken, sondern auch die Baumschulen." Täglich werden hier Gehölze aufgezogen, die irgendwann in Städten, Parks, Gärten oder Wäldern wurzeln und für Jahre, manchmal Jahrzehnte, als CO2-Senke wirken. Das bleibt, so Guhl, oft unsichtbar, dabei ist es die Grundlage dafür, dass europäische Klimaziele auch nur ansatzweise erreichbar sind. Sein Vorschlag klingt einfach: Für jeden angemeldeten Hektar Baumschulfläche sollte es pauschal einen CO2-Bonus geben – idealerweise über die europäische Agrarförderung (GAP) oder abseits dessen als Steuererleichterung. "Die Diskussion dreht sich ständig um CO2-Ausstoß, aber viel zu selten um CO2-Bindung – und genau darin liegt unser Wert", betont Guhl. Ohne neue Bäume drohe dem Gedanken der grünen Transformation schlicht das Material auszugehen: Wer Klimaschutz ernst meine, müsse die Grundlage dafür stärken, und nicht nur drüber reden. Fazit: Echte grüne Transformation ist ohne die Arbeit der Baumschulen kaum mehr als ein Lippenbekenntnis.
Die Debatte um den CO2-Bonus für Elektroautos hat den Fokus erneut auf Maßnahmen zur Reduktion von Emissionen gelegt. Der BdB argumentiert, dass die dauerhafte Bindung von CO2 durch Baumschulen unterschätzt wird – trotz ihrer fundamentalen Rolle für klimaresiliente Städte und Landschaften. Neuere Recherchen zeigen: Der Druck auf die Landwirtschaft wächst, EU-Gelder gezielter für nachhaltige Lösungen einzusetzen, etwa für gezielte Aufforstung und Biodiversitätsschutz. Um die angestrebte Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen, arbeiten Deutschland und die EU aktuell an neuen Bonus-Regelungen, die auch "naturbasierte Lösungen" wie Baumpflanzungen fördern könnten. Interessant ein Nebenaspekt: Einige Medien berichten, dass Baumschulen nicht nur mit zu geringer Anerkennung, sondern zusätzlich mit steigenden Kosten und strengeren Auflagen zu kämpfen haben, was ihre Existenz weiter erschwert.