Bitkom moniert geplante Filmförder-Änderungen – Digitale Anbieter sehen sich benachteiligt

Der IT-Branchenverband Bitkom blickt skeptisch auf den jüngsten Reformvorschlag zur deutschen Filmförderung und befürchtet, dass digitale Dienste auf der Strecke bleiben.

heute 14:59 Uhr | 3 mal gelesen

Der aktuelle Deal der Bundesregierung zur Überarbeitung der Filmförderung stößt beim Bitkom auf wenig Gegenliebe. Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder spricht von einer unausgewogenen Vorlage, die Produzenten bevorzugt und die Anliegen von Videodiensten zu wenig einbezieht. Besonders die Öffnungsklausel sorgt für Stirnrunzeln: Sie erlaubt es Anbietern zwar, Produktionspflichten zu verringern – allerdings nur gegen zusätzliche Investitionen und gekoppelt an Verhandlungen mit Produzentengruppen über Rechte. Praktisch betrachtet, bedeutet das: Branchenvertreter anderer Lager könnten quasi ein Veto einlegen. Das führe laut Rohleder zu falschen Anreizen und hemmenden Strukturen, statt neue Impulse zu setzen. Aus Bitkom-Sicht muss der Bundestag nachbessern – und dabei Konsumenteninteressen sowie die Kreativität digitaler Anbieter stärker in den Fokus rücken. Man wolle eine Filmförderung, die für Aufbruch sorgt und keine zusätzlichen Hürden aufstellt. Braucht Deutschland nicht eine Förderung, die mit der Realität digitaler Medienlandschaften Schritt hält?

Bitkom äußert grundsätzliche Zweifel daran, dass der Regierungsansatz zur Filmförderung digitale Geschäftsmodelle und Innovationen wirklich fördert. Vor allem die Verknüpfung von geringeren Auflagen an noch höhere Investitionen, gekoppelt an komplizierte Rechteverhandlungen, sieht der Verband als riskant und potenziell investitionshemmend. Auch Stimmen aus anderen Bereichen der Branche, etwa von Streamingplattformen, bemängeln, dass die geplanten Regelungen aktuelle Markttrends und Nutzerinteressen zu wenig abbilden. In verschiedenen Medien war zudem zu lesen, dass Produzentenverbände und traditionelle Filmschaffende die Reform hingegen begrüßen – hier trifft also klar Altes auf Neues. Die Kontroverse spiegelt eine größere Diskussion in Deutschland darüber, wie Kulturförderung im digitalen Zeitalter gestaltet sein muss: Sollen neue Player wie Netflix, Prime oder heimische Start-ups mehr Mitspracherecht bekommen? Der Bundestag steht vor der Aufgabe, diesen Interessenskonflikt zu moderieren – unter den Augen einer zunehmend vernetzten und digital denkenden Gesellschaft.

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