Winfried Kretschmann, seit über einem Jahrzehnt Ministerpräsident von Baden-Württemberg, spricht offen über sein bevorstehendes Karriereende, seinen aufrichtigen Wunsch nach Entlastung und seine Sorgen um die politische Lage in der Welt. Besonders prekär findet er die Verschlechterung der Demokratie und warnt eindringlich vor dem Anstieg des Nationalismus, der für ihn der größte Unsicherheitsfaktor heutzutage ist. Kretschmanns Ängste vor einem künftigen Krieg in Deutschland spiegeln die zunehmende Unsicherheit vieler deutscher Politiker wider, vor allem im Hinblick auf Russlands Vorgehen in der Ukraine oder die Umgangsformen anderer autoritärer Staaten. Während Kretschmann seine Nachfolge offen lässt, gibt es andernorts Diskussionen um die politische Zukunft und mögliche Kanzlerambitionen, die er bei Markus Söder spöttisch abtut. Neueste Berichte aus anderen Medien bestätigen die wachsende Nervosität in der deutschen Regierung; destabilisierte Demokratien in Frankreich und anderen Teilen Europas verstärken diese Sorge. Ergänzung zur aktuellen Nachrichtenlage: In mehreren Zeitungsartikeln der letzten beiden Tage wird aufgegriffen, dass sich Politiker quer durch Deutschland auf ein ernsthafter gewordenes politisches Klima einstellen. Steigende Unsicherheit im Sicherheitsbereich sowie Zweifel an den Verteidigungskapazitäten der Bundesrepublik sorgen bei vielen Verantwortungsträgern für schlaflose Nächte. Außerdem stehen die Herausforderungen im Fokus, mit denen grüne Amtsträger wie Kretschmann konfrontiert sind, wenn populistische Strömungen zunehmen und gesellschaftliche Polarisierung stärker ausfällt.