Es ist schon bemerkenswert, was da vergangene Woche in den weniger beachteten Ecken der Bildungslandschaft passierte: Das IPA Educational Publishers Forum, ein globales Netzwerk, in dem Menschen aus Fachverlagen, Branchenverbänden und anderen Bildungsakteuren die Köpfe zusammenstecken, wird ab sofort von Christoph Pienkoß geleitet. Interessanterweise mischen hier nicht nur die rund hundert nationalen Mitglieder der 1896 gegründeten International Publishers Association (IPA) mit, sondern auch jene, die jenseits staatlicher Linien ihre Vorstellungen vom Lernen und Lehren einbringen. Pienkoß betont in seiner Antrittsrede, dass ein vielfältiges Bildungsmedienangebot maßgeblich für zeitgemäßen, passenden Unterricht sei – und das, unabhängig davon, ob digital, auf Papier oder dazwischen.
Klingt nach Selbstverständlichkeit, wäre da nicht der zunehmende politische Gegenwind: Weltweit, so Pienkoß, versuchten Regierungen, nicht nur Bildungsmedien, sondern sogar die Meinungsfreiheit zu beschneiden, oft in autoritär regierten Staaten drängt man geradezu auf eine komplette Verstaatlichung der Bildung. Persönlich muss ich zugeben: Dass sich wirklich noch jemand traut, diese Entwicklungen kritisch anzusprechen, ist fast schon mutig in unserer Zeit. Denn die Vielfalt, die hier eingefordert wird, steht vielerorts auf der Kippe. Das Engagement des Verband Bildungsmedien, der in Deutschland das professionelle Rückgrat der Branche bildet, bleibt damit wichtiger denn je.
Wollte man sich vorstellen, wie Schule ohne diese freie Auswahl an Lernmaterialien aussähe – es wäre wohl eine ziemlich triste, monotone Angelegenheit. Aber ehrlich, manchmal frage ich mich, wie viel freie, kreative Luft Bildung überhaupt noch bekommt, wenn der politische Wind dreht.
Christoph Pienkoß übernimmt in einer Zeit politischer und gesellschaftlicher Herausforderungen die Leitung des internationalen Forums für Bildungsverlage der IPA. Während der Verband Bildungsmedien e. V. auf nationale Expertise blickt, wirken die globalen Entwicklungen umso beunruhigender: Der Trend hin zu stärkerer staatlicher Kontrolle von Bildungsinhalten, insbesondere in autoritären Regimen, gefährdet Vielfalt und Qualität im Bildungssektor. Pienkoß sieht darin nicht nur eine Aufgabe, sondern eine klare Verantwortung, sich gemeinsam mit internationalen Partnern für offene, vielfältige Bildungsmedien und die Freiheit in Bildung und Meinungsäußerung einzusetzen. Zudem sorgen in diesen Tagen Debatten um den Zugang zu digitalen Bildungsressourcen und Fragen der Chancengleichheit weltweit für Diskussionsstoff. Laut Berichten von Zeitungen wie der ZEIT und der Süddeutschen beschäftigen sich viele Bildungsexperten aktuell mit der Rolle der Verlage im Wandel – etwa im Hinblick auf künstliche Intelligenz in Schulbüchern und den Schutz journalistischer wie pädagogischer Freiheit. In Skandinavien gibt es parallel Experimente, Schulbücher komplett digital zu ersetzen – was auch in deutschen Fachkreisen diskutiert wird. Die IPA und ihre Foren positionieren sich zunehmend als Stimme für internationale Standards und gegen den Abbau demokratischer Rechte in Bildungssystemen.