Kunstmuseum Liechtenstein lädt ein: RELAX (chiarenza & hauser & co) fragen – Was bedeutet Reichtum?

Ab Februar 2026 setzt das Kunstmuseum Liechtenstein mit der Ausstellung 'What is wealth?' ein Ausrufezeichen zum Thema Reichtum. Im Zentrum steht eine vielschichtige Rauminstallation des Künstlerduos RELAX, umrahmt von eigens geschaffenen Werken, die auf den Ort reagieren. Mit ungewöhnlichen Elementen wie einem Tausch-Käfig, dem sogenannten Waste Room und einem Glücksrad werden Besuchende dazu angeregt, eigene Antworten auf Wert, Besitz und Glück zu suchen – ohne starren Leitfaden, aber voller Fragen.

heute 13:55 Uhr | 1 mal gelesen

Marie-Antoinette Chiarenza (Jahrgang 1957, geboren in Tunis) und Daniel Hauser (Jahrgang 1959, Bern) sind seit über 40 Jahren künstlerisch zusammen unterwegs. 1997 nannten sie sich RELAX – irgendwie ein Hinweis, sich dem Druck der Welt zu entziehen, zumindest zeitweise. Ihre Kunst zieht niemals Scheuklappen auf: Orte und aktuelle Entwicklungen – seien sie sozial, politisch oder ökologisch – werden genauso zur Mitspielerin wie das Publikum. Die Werke von RELAX scheren sich wenig um klassische Kunstregeln. Sie drehen sich ganz zentral um Fragen: Wie misst man Wert, wer bestimmt, was wichtig genügt, und welche Konsequenzen hat unser aller Tun? Alles in allem schlagen RELAX die Brücke zwischen künstlerischem Experiment und gesellschaftskritischer Reflexion. Ihr kritischer, oft lakonischer Humor blitzte schon in Ausstellungen wie 'Who pays?' (2017) und 'What do we want to keep?' (2021) auf. Typisch: Sie stellen Fragen, anstatt Antworten zu liefern – etwas, das manchmal wehtut, aber immer Luft zum Denken lässt. Für 'What is wealth?' haben sich Chiarenza und Hauser mit dem Museum kurzgeschlossen, neue Installationen und Arbeiten entwickelt sowie ältere Stücke überarbeitet – etwa die Klanginstallation 'es wird wieder laut, it's getting loud again'. Hinter all dem steckt die Idee, dass Reichtum und Wert nicht nach dem Taschenrechner-Prinzip funktionieren, sondern vielschichtiger sind als jeder Kontostand. Kuratiert wird die Ausstellung von Christiane Meyer-Stoll gemeinsam mit Leslie Ospelt. Wem nach noch mehr Auskunft ist, kann sich direkt an Franziska Hilbe oder Barbara Wagner im Museum wenden.

Die Ausstellung 'What is wealth?' untersucht, wie Wert und Reichtum in unserer Gesellschaft definiert werden, und lädt dazu ein, eingefahrene Vorstellungen kritisch zu hinterfragen. RELAX (chiarenza & hauser & co) entwickeln für das Kunstmuseum Liechtenstein begehbare Installationen, die Besucher:innen aktiv in Fragen rund um Besitz, Zusammenarbeit und das Zufallsprinzip des Lebens einbinden. Neu sind eigens für diesen Anlass geschaffene Werke, die das Thema aus unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchten, unter anderem mittels partizipativer Elemente, die zum kollektiven Nachdenken und Handeln anregen. Aktuelle Recherchen zeigen, dass in einer Welt schwankender Wirtschaftslagen und wachsender Ungleichheit zeitgenössische Ausstellungen wie diese immer mehr zu gesellschaftlichen Resonanzräumen avancieren. Die Süddeutsche Zeitung analysiert, wie die Kunstszene zunehmend versucht, Verantwortung für nachhaltiges Handeln und Fragen der Verteilungsgerechtigkeit zu übernehmen. Der Spiegel berichtet in einem aktuellen Beitrag darüber, wie Museen sich verstärkt sozialen Themen öffnen und Besucher*innen nicht nur informieren, sondern zum aktiven Mitgestalten und zum Nachdenken bringen möchten. Laut Zeit Online sehen immer mehr Kurator*innen die Aufgabe von Ausstellungen darin, das Publikum aus gelernten Denkmustern herauszulocken, was auch die neue Schau des Kunstmuseum Liechtenstein deutlich verfolgt.

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