Kurze Verschnaufpause am Golf: Globale Märkte taumeln – Coface stuft acht Länder herab

Mainz – Der Nahost-Konflikt gerät, zumindest vordergründig, in ruhigere Fahrwasser. Doch die weltweiten wirtschaftlichen Nachbeben nehmen zu. Lieferketten reißen, Preise steigen, Unternehmen geraten finanziell unter Zugzwang. Die internationale Kreditversicherung Coface reagiert: Acht Länder werden schlechter bewertet, vor allem importabhängige Regionen in Südostasien und Afrika geraten ins Schlingern.

heute 11:31 Uhr | 2 mal gelesen

Etwas Ruhe nach Wochen der Anspannung: Ein halbherziger Handschlag zwischen den USA und dem Iran verschafft dem Persischen Golf eine Atempause – mehr aber auch nicht. Die globale Bedeutung des Nadelöhrs Straße von Hormus schwebt weiter wie ein Damoklesschwert über der Weltwirtschaft. Insbesondere in Südostasien und Ostafrika zeigt sich, wie empfindlich die aktuelle Lage auf Energiepreise und Vorprodukte wirkt. Coface-Ökonom Markus Kuger fasst es so zusammen: 'Kurze Entspannung, große Unsicherheit bleibt.'

Lieferketten ächzen, Unternehmen ringen mit steigenden Kosten

Kurzfristige Lagerbestände federn den ersten Schlag ab, aber die Reserven sind endlich. Produktionsstillstände häufen sich, Inflationsraten klettern, und Kreditbedingungen werden enger. Regierungen? Deren finanzieller Spielraum ist bereits eng abgesteckt, sodass kaum Luft bleibt, um gegenzusteuern. Coface zieht in der Folge seine Wachstumsprognose für 2026 auf magere 2,3 Prozent zurück, auch für das Jahr danach bleibt die Kurve flach – eine deutliche Korrektur nach unten.

Der Handel kriegt die Folgen mit voller Wucht ab: Fast leere Schiffspassagen durch die Hormus-Straße (nur 145 statt über 3300 Schiffe im Mai) belasten nicht nur Asia-Pacific-Länder, sondern treiben auch den erwarteten Ölpreis in die Höhe. Unternehmen stehen unter Druck, ihre Lieferketten abzusichern – oft mit teuren Vorräten. Ergebnis: Gebundenes Kapital, dünnere Gewinnmargen. Dazu bahnt sich bei den Firmeninsolvenzen ein weltweites Plus von 6 Prozent an, auffällig in den USA, Frankreich und Japan geht es besonders steil nach oben.

Nicht überall gleich: Anfälligkeit der Regionen

Globale Schocks, aber regionale Unterschiede in der Wucht: Asiens Schwellenländer bekommen die laufende Verteuerung zu spüren. Indonesien, Malaysia, Philippinen und Vietnam trifft es besonders: Wegen höherer Importkosten und Schwäche ihrer Landeswährungen wurden sie in ihrer Kreditwürdigkeit schlechter bewertet. Vietnam kämpft zudem mit steigenden Produktionskosten sowie Nachschubproblemen, Kambodscha sogar mit massiver Energieabhängigkeit.

In Afrika rutschen Tansania und Madagaskar ebenfalls in der Coface-Risikoskala ab. Gründe: Preisdruck, geringere Nachfrage, strukturelle Schwächen. Selbst in Rohstoffstaaten wie Kuwait schlägt die Abhängigkeit vom Öltransport durch die riskante Hormus-Passage durch – auch ihre Risikobewertung fällt.

Ansprechpartner zur Presse steht weiterhin Coface-Deutschland-Sprecher Sebastian Knierim (Tel. 06131/323-335, Mail: sebastian.knierim@coface.com) bereit. Mehr unter: www.coface.de

Vor dem Hintergrund eines schwelenden Nahost-Konflikts und der temporären Entspannung durch ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran bleiben die Folgen für die globale Wirtschaft gravierend. Die Lieferwege – insbesondere durch die Hormus-Straße – sind weiter massiv gestört, wodurch Energiepreise klettern und Produktionskosten steigen. Weltweit geraten vor allem energieimportierende und strukturell schwache Volkswirtschaften zunehmend unter Druck; die Risikobewertung für acht Länder, darunter Indonesien, Malaysia, Vietnam, Kambodscha, Tansania, Madagaskar und Kuwait, wurde verschlechtert. Laut aktuellen politischen und wirtschaftlichen Nachrichten schreiten Unsicherheiten fort: Neue diplomatische Bemühungen zwischen den Konfliktparteien am Golf sind zwar zu beobachten, wie Quelle: DW berichtet, doch von nachhaltiger Entspannung kann noch lange keine Rede sein. Der Ölpreis ist laut Quelle: FAZ weiter volatil, was sich direkt auf Energiepreise und Konjunktur weltweit auswirkt. Zudem wurde auf Quelle: SPIEGEL hervorgehoben, dass Lieferengpässe nicht nur Asien, sondern durch Rückkopplungen auch europäische Unternehmen und Verbraucher bereits spürbar treffen.

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