Ricarda Lang und Karl Lauterbach machen sich für eine Neuregelung stark, bei der alle Erwachsenen automatisch als Organspender gelten, solange sie nicht aktiv widersprechen. Die hohe Zustimmung zur Organspende kommt bisher im Alltag kaum an, was unter anderem an der Hürde der bewussten Registrierung liegt. Ein Blick ins Ausland zeigt, dass die Widerspruchslösung anderenorts zu mehr Spenderorganen führt, ohne die Autonomie der Einzelnen unzumutbar zu beschneiden. Kritiker befürchten indes, dass Vertrauen leiden könnte, etwa wenn Angehörige nicht rechtzeitig widersprechen können. Der Jahresbericht des Organspenderegisters weist darauf hin, dass fast 90 Prozent der eingetragenen Menschen grundsätzlich zur (Teil-)Organspende bereit sind – aber aus der breiten Zustimmung wird bislang zu selten eine tatkräftige Hilfe für Menschen auf der Warteliste. In der taz erschien am 5.6.2024 ein Beitrag, der auf die noch immer schleppende Organspendebereitschaft eingeht, gerade auch im Licht der politischen Diskussion – hier wird betont, wie sehr bürokratische Hürden Entscheidungsfreude dämpfen (Quelle: taz). Von der Süddeutschen Zeitung wurde am 5.6.2024 ausführlich berichtet, dass die Widerspruchslösung auch gesellschaftspolitisch Zündstoff birgt. Diskutiert werden Sorgen um Vertrauen in das System und ethische Bedenken, aber auch Stimmen von Ärzten, die sich klar für einen Systemwechsel positionieren (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Die FAZ hat in einer aktuellen Analyse Argumente und Zahlen zur Diskrepanz zwischen Spendenbereitschaft und realen Registrierungen beleuchtet. Familie und persönliche Unsicherheiten spielen eine tragende Rolle, aber auch die Frage, ob das Gesundheitswesen eine Umstellung organisatorisch leisten könnte (Quelle: FAZ).