Lang und Lauterbach drängen auf Einführung der Widerspruchslösung bei Organspende

Ricarda Lang und Karl Lauterbach fordern eine grundlegende Änderung: Organspenden sollen künftig nach der Widerspruchslösung geregelt werden.

heute 13:00 Uhr | 1 mal gelesen

Wenn das Thema Organspende auf den Tisch kommt, herrscht in vielen Köpfen Unbehagen – wer denkt schon gern über den eigenen Tod nach? Ricarda Lang, MdB und Grünen-Vorsitzende, findet es nachvollziehbar, dass hierzulande trotz der verbreiteten Unterstützung die tatsächlichen Eintragungen ins Spenderegister deutlich hinterherhinken. Die Idee: Wer nicht spenden möchte, muss aktiv widersprechen – für alle anderen wird angenommen, sie seien bereit zur Organspende. Lang betont, dass niemand gegen seinen Willen spenden müsse, aber jeder wenigstens einmal im Leben ernsthaft entscheiden sollte. Denn davon, so sagt sie, könnten andere Schicksale abhängen. Auch Karl Lauterbach, zuvor Gesundheitsminister und SPD-Abgeordneter, ist nach wie vor überzeugt: Das aktuelle System verschleudert wertvolle Organe, weil die Mehrheit zwar grundsätzlich positiv eingestellt ist, aber zu selten den bürokratischen Schritt macht und sich registriert. Die Widerspruchslösung, so Lauterbach, habe sich in anderen Ländern nicht als abschreckend, sondern eher als lebensrettend erwiesen. Die Zahlen des Organspenderegisters unterstreichen, dass momentan zwar 570.000 Menschen (Stand: Februar 2026) eine Erklärung abgegeben haben, aber die Spendenbereitschaft bleibt praktisch oft folgenlos. Lauterbach meint: Viel schlechter könne es kaum laufen – es ist Zeit für einen Systemwechsel, oder?

Ricarda Lang und Karl Lauterbach machen sich für eine Neuregelung stark, bei der alle Erwachsenen automatisch als Organspender gelten, solange sie nicht aktiv widersprechen. Die hohe Zustimmung zur Organspende kommt bisher im Alltag kaum an, was unter anderem an der Hürde der bewussten Registrierung liegt. Ein Blick ins Ausland zeigt, dass die Widerspruchslösung anderenorts zu mehr Spenderorganen führt, ohne die Autonomie der Einzelnen unzumutbar zu beschneiden. Kritiker befürchten indes, dass Vertrauen leiden könnte, etwa wenn Angehörige nicht rechtzeitig widersprechen können. Der Jahresbericht des Organspenderegisters weist darauf hin, dass fast 90 Prozent der eingetragenen Menschen grundsätzlich zur (Teil-)Organspende bereit sind – aber aus der breiten Zustimmung wird bislang zu selten eine tatkräftige Hilfe für Menschen auf der Warteliste. In der taz erschien am 5.6.2024 ein Beitrag, der auf die noch immer schleppende Organspendebereitschaft eingeht, gerade auch im Licht der politischen Diskussion – hier wird betont, wie sehr bürokratische Hürden Entscheidungsfreude dämpfen (Quelle: taz). Von der Süddeutschen Zeitung wurde am 5.6.2024 ausführlich berichtet, dass die Widerspruchslösung auch gesellschaftspolitisch Zündstoff birgt. Diskutiert werden Sorgen um Vertrauen in das System und ethische Bedenken, aber auch Stimmen von Ärzten, die sich klar für einen Systemwechsel positionieren (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Die FAZ hat in einer aktuellen Analyse Argumente und Zahlen zur Diskrepanz zwischen Spendenbereitschaft und realen Registrierungen beleuchtet. Familie und persönliche Unsicherheiten spielen eine tragende Rolle, aber auch die Frage, ob das Gesundheitswesen eine Umstellung organisatorisch leisten könnte (Quelle: FAZ).

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