Linke denkt über zusätzliche Patriot-Raketen nach

Angesichts des Kriegs in der Ukraine und wachsender Unsicherheit weltweit erwägt der Parteichef der Linken, Jan van Aken, einen Kurswechsel hin zu mehr Engagement Deutschlands und der EU bei Sicherheitsfragen – einschließlich des Zukaufs moderner Luftabwehrsysteme.

08.01.26 09:10 Uhr | 8 mal gelesen

Jan van Aken, Vorsitzender der Linkspartei, hat sich überraschend offen dafür gezeigt, dass Deutschland und die EU ihre Verteidigungsfähigkeiten ausbauen sollten. Im Gespräch mit dem 'Tagesspiegel' betonte er, die Zeit der Zurückhaltung sei angesichts der aktuellen Bedrohungslage vorbei: 'Wenn die Raketen nicht mal ausreichen, um mehr als Berlin zu schützen, müssen wir halt nachlegen. Es ist ja nicht so, als ob kein Geld da wäre.' Dabei schwang durchaus Skepsis gegenüber der Aufrüstung insgesamt mit – Auslandseinsätze der Bundeswehr hält van Aken für verzichtbar und manche Waffen, wie hochseetaugliche Fregatten, wären seiner Ansicht nach überflüssig, wenn es um die Verteidigung Europas gegen Russland geht. Allerdings ist van Aken entschiedener Gegner einer Vergrößerung der Truppenstärke: 'Wir haben mehr als genug Soldaten in der EU, mehr als Russland sogar.' Die jüngsten Debatten über mehr Personal in der Bundeswehr sieht er skeptisch und hält sie für unsachlich oder gar populistisch vorangetrieben.

Jan van Aken von den Linken spricht sich für einen gezielten Ausbau der europäischen und deutschen Luftverteidigung – speziell durch den Kauf neuer Patriot-Raketen – aus, falls der Schutz großer Städte nicht gewährleistet ist. Geld sei vorhanden, meint er, und ließe sich durch das Streichen von Auslandseinsätzen einsparen; gleichzeitig hält er eine Truppenaufstockung für unnötig und missbilligt aktuelle Forderungen nach mehr Soldaten als unfachmännisch. In den letzten Tagen wurde vielfältig über Deutschlands Verteidigungsfähigkeit diskutiert – die Bundesregierung kündigte etwa an, weiterhin in moderne Abwehrsysteme investieren zu wollen; zudem wurde auf internationaler Bühne erneut der Wert gemeinsamer europäischer Sicherheitsstrukturen betont, obwohl Zweifel an schnellen Umsetzungsfortschritten bestehen. Jüngste Recherchen zeigen außerdem, dass der Nachschub an Patriot-Raketen sich als schwierige Aufgabe erweisen könnte, weil die Systeme weltweit stark nachgefragt sind.

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