Linke fordert umfassende Schutzstrategie für Frauenrechte

Nach den jüngsten Demonstrationen gegen Gewalt an Frauen macht die Linke Druck: Sie verlangt ein umfassendes Schutzkonzept und kritisiert die Politik der Bundesregierung scharf.

heute 00:03 Uhr | 3 mal gelesen

Tausende Menschen haben am vergangenen Wochenende auf den Straßen gegen Gewalt an Frauen demonstriert – die Atmosphäre war aufgeladen, fast elektrisiert. Kathrin Gebel, Sprecherin für Frauenpolitik der Linksfraktion, äußerte gegenüber der 'Rheinischen Post', dass die Proteste deutlich machten: Es reicht nicht mehr aus, nur an Einzelstellen zu doktern. "Ein wirklicher Kurswechsel ist nötig!", betont sie, fast im Tonfall einer aufgebrachten Freundin, die schon oft zugehört und nun endlich Taten sehen will. Wer – so Gebel weiter – an echter Veränderung interessiert sei, dürfe die Zivilgesellschaft nicht schwächen, sondern müsse bestehende Projekte, etwa solche wie 'Demokratie leben' oder die Arbeit von Frauenhäusern, energisch unterstützen und ausbauen. Ihre Kritik richtet sich deutlich gegen die aktuelle Bundesregierung, die ihrer Ansicht nach gerade das Gegenteil tue und die gesellschaftlichen Akteure vor verstärkte Hürden stelle. Auch Franziska Brantner von den Grünen sieht Nachbesserungsbedarf. Regeln auf dem Papier genügen nicht, sagt sie – nicht ohne einen skeptischen Unterton. Zentral sei, dass Polizei und Justiz wirklich dabei helfen könnten, Schutzrechte durchzusetzen. Und: Die Finanzierung des so genannten Gewalthilfegesetzes und des Anspruchs auf Beratung sowie Schutz für betroffene Frauen müsse durch den Bund sichergestellt werden. An vielen Stellen klingt durch: Es gibt viel zu tun, und die betroffenen Frauen müssen endlich verlässlich auf Unterstützung bauen können. Was sich hinter diesen Forderungen verbirgt, ist mehr als die übliche politische Routine: Das Thema kocht hoch, gesellschaftlicher Druck wächst – und die Parteien stehen unter Zugzwang. Doch ob das reicht, damit am Ende nicht nur Symbolpolitik, sondern tatsächlich Veränderung folgt? Diese Frage bleibt offen, wie so oft. Vielleicht ist aber genau das der Moment, an dem neue Wege eingeschlagen werden.

Die Forderungen nach einer Gesamtstrategie zum Schutz von Frauen finden in der aktuellen gesellschaftlichen Stimmung viel Anklang. Zwar gibt es bestehende Programme wie 'Demokratie leben' oder zahlreiche Frauenhäuser, doch sie stoßen häufig an finanzielle und personelle Grenzen. Bereits 2023 ist die Zahl der gemeldeten Fälle von häuslicher Gewalt erneut gestiegen – und laut Studien werden zwei Drittel der betroffenen Frauen von ihrer Umgebung alleingelassen, erhalten also nicht die notwendige Hilfe. Die Polizei und Justiz sind vielerorts strukturell überlastet, was eine konsequente Umsetzung von Schutzrechten erschwert. Gleichzeitig gab es in den letzten Tagen eine breite Medienberichterstattung, die zeigt, wie sehr die Zivilgesellschaft und insbesondere feministische Initiativen aktiv gegen Gewalt an Frauen kämpfen – und weitere, langfristige politische Weichenstellungen fordern. Laut aktuellen Nachrichten gibt es jedoch konkrete Auseinandersetzungen um die Frage, wie groß die Unterstützung für Programme wie Frauenhäuser oder Beratungsangebote tatsächlich ausfällt – und ob die Bundesregierung mit den geplanten Haushaltskürzungen eher verschärfend wirkt. Zudem wurde jüngst im Bundestag eine Debatte über die rechtliche Absicherung für von Gewalt betroffene Frauen geführt. Die Gespräche rund um das neue Gewalthilfegesetz bleiben kontrovers, insbesondere in Bezug auf die Finanzierung und die Ausgestaltung des Rechtsanspruchs.

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