Beide betonten gegenüber der "Rheinischen Post" (Donnerstagsausgabe), dass sie ihre Zusammenarbeit an der Parteispitze weiterführen möchten. Van Aken erklärte: "Als Team haben wir gezeigt, was möglich ist, deshalb will ich unbedingt mit Ines weitermachen – und, ehrlich gesagt: Es macht auch einfach Spaß." Schwerdtner ergänzte, der bisherige Erfolg motiviere sie, den eingeschlagenen Kurs fortzusetzen. Auf die Partei komme laut van Aken nicht nur viel Arbeit – Stichwort: neue Landtage in Westdeutschland und auch Berlin, sondern auch sprichwörtlich Hoffnung zu. Mit besonderen Ambitionen nennt er Ziele wie den Einzug in bislang linkslosen Landtagen oder das Rennen um Platz eins in Berlin. Darüber hinaus wolle man der AfD in Ostdeutschland konsequent entgegentreten. Schwerdtner brachte es auf den Punkt: "Links wirkt erst, wenn unsere Politik im täglichen Leben der Leute wirklich ankommt." Nur so ließen sich Hoffnung und konkrete Unterstützung organisieren. Der entscheidende Parteitag, auf dem die Spitze neu gewählt wird, findet im Juni in Potsdam statt. Das Duo führt die Partei seit Oktober 2024, seither sind nach Angaben der Linken mehr als 76.600 neue Mitglieder beigetreten – aktuell zählt die Partei rund 123.000 Mitglieder insgesamt.
Schwerdtner und van Aken haben nach ihrem Amtsantritt einen bemerkbaren Mitgliederzuwachs erlebt, was ein Hoffnungsschimmer für die Linke ist, die sich in den vergangenen Jahren mit massiven internen Konflikten und Abspaltungsbewegungen auseinandersetzen musste. Inmitten des aktuellen Wahlkampfs plant das Führungsduo, den relativen Aufschwung zu nutzen, um parteipolitisch sowohl den Osten als auch den Westen Deutschlands neu zu stärken und sich dabei insbesondere gegen den wachsenden Einfluss rechter Kräfte zu positionieren. Der Bundesparteitag gilt als richtungsweisender Moment für die Partei, vor allem angesichts der Herausforderungen wie der wachsenden politischen Konkurrenz durch das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) und eine zersplitterte linke Landschaft, während auch Themen wie soziale Gerechtigkeit, Frieden und Klimaschutz weiterhin zentral stehen.