LitPop 2026: Zehn Stunden Literatur, Musik und Nachtleben zur Leipziger Buchmesse
Am Messesamstag, 21. März 2026, wird die Kongresshalle am Zoo Leipzig zum Treffpunkt für Literaturliebhaber, Musikfans und Nachtschwärmer: Bei der 14. Ausgabe der LitPop verschmilzt Wortkunst mit popkultureller Lebenslust. Über 30 Stimmen unserer Zeit – von Judith Holofernes über Sophie Passmann bis Michael Nast – lassen gesellschaftliche Fragen auf Tanzflächen mit Indie-Pop und DJs prallen. Wer Bücher mag, aber auch Bass und Diskokugel nicht scheut, ist ab 18 Uhr dabei.
heute 11:56 Uhr | 4 mal gelesen
Stellen Sie sich einen Abend vor, an dem Gewissheiten ins Wanken geraten und der Mittelfinger an die Routine erhoben wird: So oder ähnlich fühlt sich die LitPop an. Über dreißig Schriftstellerinnen und Schriftsteller blicken auf unsere verwirrte Gegenwart. Burnout durch Dauerdating, erschöpfte Selbstbilder und die endlose Performance des eigenen Ich samt der plakativen Popreferenzen: Persönlich, mal ironisch, angriffslustig, dann wieder mit ehrlicher Verletzlichkeit. Judith Holofernes spaziert durch autobiografische Gedankengassen zwischen People-Pleasing und Kindheitstrauma. Michael Nast seziert die Liebesbaustellen einer Generation, während Sophie Passmann Hemmschwellen einreißt und feministische Selbstzweifel in Pop-Poesie verwandelt. Aurel Mertz macht Männlichkeitskult zur Zielscheibe spitzer Satire, Lutz van der Horst jongliert Alltagstraurigkeit mit Witz. Neben dem Gelesenen mischt sich Spoken-Word, ausuferndes Podcasting – Hendrik Bolz hat mit ‘Kulturschock’ ein Format dabei, das die Tagesordnung komplett sprengt: Bühne frei, Licht auf Stimmen von TikTok bis Feuilleton. Der Staub literarischer Ehrfurcht tanzt also mit dem Bass, denn um 23 Uhr schlägt die Stunde der Nacht: "Only The Poets" verwandeln die Kongresshalle zum Festival, Karaoke-König Luis La Metta und weitere Acts sorgen für Rausch ohne Reue. Karten gibt’s ab 24 Euro (Vorverkauf), und vermutlich sind sie schneller weg als das letzte Echo im Foyer.
LitPop 2026 kredenzt ein ebenso facettenreiches wie mutiges Bühnenerlebnis, das das gesellschaftliche Herzklopfen der Gegenwart in Diskurs, Musik und Performance verwandelt. Nicht nur Lesungen, sondern auch Podcasts, persönliche Essays und jede Menge Livemusik machen den Mix zum außergewöhnlichen Angebot für Kultur- und Partyfreunde. Neuere Recherchen zeigen, dass viele junge Kulturschaffende Festivals wie die LitPop als Brücke verstehen: zwischen ernster Auseinandersetzung mit politischen Themen und unbeschwerter Nachtkultur. Diskutiert werden nicht nur Trends und Identitäten, sondern auch Fragen nach Diversität, digitaler Sichtbarkeit und mentaler Gesundheit. Die Leipziger Buchmesse setzt mit der LitPop ein Zeichen für mehr Austausch – nicht nur zwischen Genres, sondern auch zwischen verschiedenen Generationen und Milieus.