Manfred Weber, Vorsitzender der EVP, begrüßt das von Friedrich Merz und Giorgia Meloni vorgelegte Konzept, das Diskontinuitätsprinzip auf die europäische Gesetzgebung auszudehnen, um nach jeder Wahlperiode mit einer ‚sauberen‘ parlamentarischen Ausgangslage zu starten. Bislang werden EU-Gesetzesvorhaben teils über mehrere Legislaturperioden hinweg weiterverarbeitet, selbst wenn sie durch veränderte Mehrheiten oder aktuelle politische Realitäten längst überholt sind. Kritiker sehen in einem möglichen Wechsel die Chance für demokratischere Prozesse und mehr Transparenz, während es auch Stimmen gibt, die darin ein Risiko für politische Kontinuität und langfristige Reformen erkennen. Laut taz diskutiert aktuell auch das EU-Parlament über die Notwendigkeit effizienterer Gesetzgebungsprozesse und verweist auf ähnliche Prinzipien in den Mitgliedsstaaten. Die Süddeutsche berichtet, wie neue politische Konstellationen in Brüssel für mehr Pluralität sorgen könnten – und weist darauf hin, dass ein von Grund auf neuer Gesetzgebungsstart insbesondere kleinere Parteien stärken könnte. Auf spiegel.de wird betont, dass die Einführung des Prinzips noch zahlreiche Hürden nehmen müsste, vor allem weil im EU-Apparat viele Lobbygruppen traditionell auf Kontinuität setzen und abrupten Wechsel skeptisch betrachten.