Linnemann hält wenig von der aktuellen Diskussion um die Zahnbehandlungskosten. 'Solche Einzelideen helfen nicht weiter', meint er und betont, wie essentiell Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen für die Gemeinschaft seien. Steuerstreichungen bei Prävention würden am Ende vermutlich alle teuer zu stehen kommen. Er lobt erste Initiativen der Regierung – Stichwort Grundsicherung und Aktivrente – immerhin sei bei Sozialreformen endlich Bewegung drin. Trotzdem: Es braucht eine große Linie, keine Puzzleteile. Kommissionen sollen demnächst Vorschläge liefern, deren Abwarten er für sinnvoll hält. 'Viele Menschen in Deutschland sind sogar bereit, Veränderungen anzugehen', fügt er hinzu – solange nicht wieder einzelne Gruppen vor den Kopf gestoßen werden. Sein Appell klingt fast persönlich: Politik müsse gesamtgesellschaftlich denken, statt beliebig Leistungen zu streichen. Der CDU-Wirtschaftsrat, der mit seinem Vorschlag für Aufsehen sorgte, fordert übrigens noch mehr: Kürzere Bezugsdauern für das Arbeitslosengeld, die Abschaffung der Mütterrente und ein Ende der Rente mit 63. Eine Agenda, die ordentlich Sprengstoff birgt.
Kern des Streits: Sollen Zahnarztbesuche weiter von der gesetzlichen Krankenversicherung getragen werden? Linnemann sagt klar: Ja, denn Früherkennung und Prävention sind für das Gemeinwesen unabdingbar. Kritiker warnen davor, bürgerliches Vertrauen zu gefährden und den solidarischen Charakter des Gesundheitssystems zu schwächen, während der CDU-Wirtschaftsrat ein noch radikaleres Sparprogramm vorschlägt. In den vergangenen Stunden lieferte die Debatte landesweit Zündstoff – viele Experten warnen, dass eine Schwächung der Gesundheitsvorsorge langfristig teurer wird und soziale Spaltungen vertieft. Übrigens zeigen auch Studien, dass Prävention nicht nur volkswirtschaftlich sinnvoll, sondern für viele Menschen schlicht notwendig ist.