Die Forderung von Albert Stegemann ist nicht neu, erhält aber im Kontext wachsender Pflegekosten erneut Brisanz. Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland steigt seit Jahren, die Zuschüsse aus der Pflegeversicherung reichen schon heute vielerorts nicht aus – Eigenanteile der Pflegebedürftigen haben Rekordhöhen erreicht. Während Stegemann auf finanzielle Eigenverantwortung und private Vorsorge pocht, kritisieren Sozialverbände solche Vorstöße als unsozial, denn nicht alle besitzen ein Eigenheim oder sind in der Lage, nennenswertes Vermögen anzusparen – besonders Alleinlebende und Menschen mit geringerem Einkommen bleiben dabei häufig auf der Strecke. Neuere Entwicklungen zeigen zudem: Das Bundeskabinett diskutiert derzeit verschiedene Modelle für die künftige Finanzierung, darunter auch die Deckelung von Pflegekosten und eine stärkere steuerfinanzierte Beteiligung, um die Lasten gerechter zu verteilen. Praktisch von Tag zu Tag mehren sich die Stimmen, die davor warnen, Pflegebedürftige finanziell zu überfordern und ein Auseinanderdriften der Gesellschaft zu riskieren.