Melnyk bleibt misstrauisch gegenüber Russlands Friedensbereitschaft

Trotz der neuen Gesprächsrunden in Genf kann Andrij Melnyk, UN-Botschafter der Ukraine, kaum daran glauben, dass Russland ernsthaft an einer dauerhaften Friedenslösung interessiert ist. "Ich habe da meine Zweifel", erklärte Melnyk den Funke-Zeitungen.

heute 11:01 Uhr | 5 mal gelesen

Melnyk wirkt eher ernüchtert: "Es fehlt aus meiner Sicht beim Kreml an echtem Interesse für eine belastbare Vereinbarung." Immer wieder wird verhandelt, doch solange es keine Waffenruhe gibt, droht das Ganze in endlosen Gesprächen zu versanden – und in der Zwischenzeit erleiden die Menschen in der Ukraine weiterhin unvorstellbares Leid. Seit dem Ausbruch des Krieges hat Melnyk als Stimme der Ukraine in Deutschland immer wieder scharfe Worte gefunden. Nun, wo in Genf amerikanisch moderierte Treffen angesetzt sind, keimt kaum Hoffnung auf. Denn die letzten Gesprächsrunden, Abu Dhabi lässt grüßen, waren im Grunde Ergebnis-frei. Streit gibt’s genug: Besonders die Frage nach möglichen Gebietszugeständnissen sorgt für heftige Debatten. Melnyks Einschätzung am Vorabend: "Russland will sich mit den Verhandlungen wohl vor allem auf der Weltbühne positionieren – ein bisschen schöne Kulisse, um auch die Amerikaner bei Laune zu halten." Kleine Lichtblicke, das räumt er ein, gibt es immerhin: Austausch von Gefangenen etwa. Für viele Familien dürfte das ein kurzzeitiges Aufatmen bringen. Aber, und da bleibt Melnyk hart: Ein echter, fairer Durchbruch ist aktuell einfach nicht in Sicht.

Es zieht sich weiter hin – der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine macht auch vier Jahre nach Beginn keinerlei Anzeichen, wirklich in einer tragfähigen Friedenslösung zu münden. Andrij Melnyk, inzwischen als Ständiger Vertreter der Ukraine bei der UNO aktiv, bringt seine ernste Skepsis zum Ausdruck und sieht die laufenden Verhandlungen in Genf vor allem als politisches Manöver Russlands. In den letzten Stunden berichten mehrere Medien darüber, dass die Fronten zwischen Russland und der Ukraine weiterhin verhärtet sind: Laut aktueller Berichterstattung aus 'Der Spiegel' und 'FAZ' hat sich die Dynamik in den Genfer Gesprächen kaum verändert – beide Seiten pochen auf ihre Standpunkte, insbesondere Zugeständnisse bei Gebieten und Sicherheitsfragen führen weiterhin zu keiner Einigung. Zugleich mehren sich internationale Stimmen, die von Russland verlangen, humanitäre Korridore und weitere Gefangenenaustausche ohne Vorbedingungen zuzulassen. Die USA appellieren an Moskau, eine echte Deeskalation einzuleiten – bislang dominieren allerdings weiterhin Misstrauen und zaghafte Etappenerfolge statt eines umfassenden Friedens.

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